50 Bürger aus Schlangenbad besuchten Windpark im Hunsrück
Da es ausgerechnet am Samstag weitgehend windstill war, konnten sich die Besucher allerdings nicht wie geplant einen Eindruck auch von den Geräuschen der Anlagen verschaffen.
Mitarbeiter der ABO Wind beantworteten dafür viele Fragen zur Technik der Windenergie und erläuterten die Möglichkeiten einer klimafreundlichen Stromproduktion nördlich von Bärstadt. Die aktuellen Planungen auf Schlangenbader Gemarkung spalten die Bürgerschaft. So nutzten Befürworter und Gegner des Projekts auch den Ausflug in den Hunsrück, um ihre Argumente auszutauschen. Schlangenbads Bürgermeister Michael Schlepper betonte, dass es ihm im Vorfeld der anstehenden Entscheidung wichtig sei, möglichst viele Informationen zu sammeln. Dazu trage auch die Exkursion bei.
Gerhard Oberweis, Bürgermeister der Hunsrück-Gemeinde Berglicht, erzählte den Gästen aus Schlangenbad, dass die Windkraft zu Beginn der Planungen auch in seiner Bürgerschaft polarisierend gewirkt habe. Die tatsächlichen Erfahrungen seien aber durchweg positiv. Während Belästigungen durch Lärm so gut wie nicht ins Gewicht fielen, verschafften die verlässlichen Pachteinnahmen der Gemeinde Gestaltungsspielraum. "Ohne die Windräder wären wir nie in der Lage gewesen, unser Bürgerhaus zu errichten." Das ist mittlerweile gesellschaftliches Zentrum des 500 Einwohner zählenden Ortes. Oberweis berichtete auch von durchweg guten Erfahrungen mit der Wiesbadener ABO Wind. "Auf die können wir uns immer verlassen." Wichtig sei es für den Ort zudem, mit Windenergieanlagen auf eigener Gemarkung einen Beitrag zum Klimaschutz zu leisten. Aktuell bereitet die Gemeinde einen Ausbau des bestehenden Windparks um zwei weitere Anlagen vor.
Der Wanderverein Berglicht kümmerte sich um die Bewirtung der Besucher aus dem Taunus und wärmte diese mit Kaminfeuer, Gulaschsuppe und Glühwein in der vereinseigenen Waldhütte. Die gastfreundlichen Wanderfreunde bestätigten die Schilderungen des Bürgermeisters. Die positiven Erfahrungen in Berglicht vermochten indes nicht, alle Vorbehalte der Bürger und Gemeindevertreter aus dem Taunus zu zerstreuen. Als Kritiker der Planungen in Schlangenbad exponierte sich insbesondere Bürger Gerhard Hellener, der bereits zahlreiche Argumente gesammelt hat, die seiner Ansicht nach gegen eine Windkraftnutzung an dieser Stelle sprechen. Grundsätzlich habe er nichts gegen die Windenergie, sein Heimatort sei dafür allerdings denkbar ungeeignet, meint Hellener. So bezweifelt er unter anderem die Wirtschaftlichkeit des Projekts und erwartet negative Auswirkungen für Landschaftsbild und Nachtruhe.
Andere Schlangenbader sprachen sich dagegen dafür aus, auch im Taunus etwas für den Klimaschutz zu tun und die Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen zu vermindern. Zudem haben insbesondere die Gemeindevertreter die zu erwartenden Pachteinnahmen im Blick. Bernward Heinemann, Leiter des für Hessen zuständigen Planungsteams bei ABO Wind, bot an, die Gemeinde bei allen Planungsarbeiten zu unterstützen. ABO Wind übernehme die Kosten für alle notwendigen Gutachten - selbst wenn sich die Gemeinde am Ende des Prozesses gegen eine Windkraftnutzung entscheiden sollte.
Fachplanerin Verena Dahlhäuser betonte, dass die fünf geplanten Windenergieanlagen im Wald nördlich von Bärstadt jährlich mehr als 35 Millionen Kilowattstunden umweltfreundlichen Strom produzieren würden. Das reicht, um den Jahresbedarf von 10.000 durchschnittlichen Haushalten zu decken. Das 7.000 Einwohner zählende Schlangenbad würde also mehr Strom produzieren als verbrauchen. Die fünf Anlagen würden zudem einen nennenswerten Beitrag zum Klimaschutz leisten und jährlich den Ausstoß von rund 30.000 Tonnen Kohlendioxid vermeiden. (Die Berechnung des Schadstoff-Einspareffekts beruht auf Zahlen des Bundesumweltministeriums.)
Quelle: Pressemeldung ABO Wind AG
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