Annette Schavan: "Elektromobilität hat jetzt eine Adresse"
Auf dem Weg zum Elektroauto der Zukunft ist am Mittwoch ein weiterer wichtiger Schritt getan: In Berlin ist das Forum Elektromobilität an den Start gegangen, eine umfassende Informations- und Kommunikationsplattform rund um das Thema Elektroauto. "Das Forum soll Akteure aus Politik, Wissenschaft und Industrie zusammenbringen, damit sie sich auf gemeinsame Strategien zur Elektromobilität einigen können", sagte Bundesforschungsministerin Dr. Annette Schavan bei der Eröffnungsfeier in Berlin. "Elektromobilität hat jetzt eine Adresse. Wir wollen mit dem Forum die Menschen für das Elektroauto gewinnen - mit Ausstellungen, Vorträgen und Öffentlichkeitsarbeit." Die Ministerin eröffnete das Forum gemeinsam mit Prof. Ulrich Buller, Vorstand Forschungsplanung der Fraunhofer-Gesellschaft und Dr. Thomas Weber, Mitglied des Vorstands der Daimler AG, verantwortlich für Konzernforschung und Mercedes-Benz Cars Entwicklung. Alle drei betonten das Ziel, Deutschland zum Leitmarkt für Elektromobilität zu machen.
Das Forum Elektromobilität ist Teil der Fraunhofer-Systemforschung Elektromobilität. Dieses Projekt soll die deutsche Industrie unterstützen, sich auf dem Zukunftsmarkt einen weltweiten Spitzenplatz zu sichern. Der Kerngedanke ist einfach: Alle Stufen der Wertschöpfung zur Elektromobilität sollen betrachtet und aufeinander abgestimmt werden. Ausgehend von der Energieerzeugung über den Transport und die Verteilung der Energie durch die Stromnetze werden in dem Projekt ebenfalls die Schnittstellen zwischen Stromnetz und Fahrzeug, die Energiespeicherung, neue Fahrzeugkonzepte mit einer neuen Infrastruktur sowie Nutzungs- und Abrechnungskonzepte behandelt.
"Mit dem Vorhaben Systemforschung Elektromobilität bringt die Fraunhofer-Gesellschaft erstmals die geballte Kompetenz von über 30 Instituten unter einer Leitung und zu einem Thema zusammen - das ist eine einmalige Chance zur Beschleunigung der Prozesse in der Zusammenarbeit mit der Industrie", sagte Fraunhofer-Forschungsvorstand Buller. Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) unterstützt dieses Vorhaben, an dem insgesamt 33 Institute der Fraunhofer-Gesellschaft beteiligt sind, bis zum Jahr 2011 mit Mitteln in Höhe von insgesamt 30 Millionen Euro aus dem Konjunkturpaket II der Bundesregierung. Um sicherzustellen, dass das Know-how der Fraunhofer-Gesellschaft möglichst schnell der Industrie zugute kommt, hat das BMBF einen Industriebeirat mit namhaften Vertretern von Automobilherstellern, Zulieferern und Energieversorgern berufen. Die konstituierende Sitzung des Beirates war ebenfalls am Mittwoch in Berlin.
"Lokal emissionsfreie Elektrofahrzeuge - ob mit Brennstoffzelle oder Batterie - bieten enormes Potenzial in Sachen Umweltschutz. Deshalb gilt es jetzt die richtigen Weichen zu stellen, um die Vorreiterrolle Deutschlands auf diesem Gebiet zu sichern", sagte Daimler-Vorstand Weber, der selbst Mitglied im Industriebeirat ist. "Daimler investiert bereits seit vielen Jahren in diese Zukunftstechnologien. Und mit der Lithium-Ionen Technologie verfügen wir über eine der Schlüsselkomponenten der elektrischen Mobilität. Die Förderung der Systemforschung sowie der entsprechenden Schlüsseltechnologien durch das BMBF sehe ich als eine wichtige Voraussetzung und Unterstützung an, um die Vorreiterrolle Deutschlands auf diesem Gebiet sicherzustellen. Die Einrichtung des Forums Elektromobilität ist eine klare Aufforderung an alle beteiligten Akteure, dieses Feld gemeinsam zum Nutzen aller voranzubringen."
Schon jetzt zeichnet sich ab, dass die Entwicklung der Elektromobilität einen hohen Bedarf an qualifizierten Fachkräften mit sich bringt. Ministerin Schavan: "Für den Weg zur Elektromobilität brauchen wir auch kluge Köpfe. Mit einer Ferienschule und einem Studentenwettbewerb werden wir jungen Leuten die Attraktivität dieses Feldes nahe bringen." Die erste Ferienschule Elektromobilität wird im Frühjahr 2010 stattfinden.
Quelle: Pressemeldung Bundesministerium für Bildung und Forschung
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