Anti-AKW-Bewegung plant Aktionskette entlang der CASTOR-Transport-Strecken
Eine bundesweite Aktion ganz anderer Art planen Bürgerinitiativen und Organisationen für den 23. Oktober. Entlang dreier Transport-Routen
- von Wörth über Karlsruhe nach Gorleben
- aus Karlsruhe nach Lubmin und
- von Jülich nach Ahaus
sollen eine Vielzahl örtlicher und regionaler Aktionen stattfinden. Das Konzept für diesen dezentralen Streckenaktionstag stellten die KoordinatorInnen der Aktion heute Vormittag bei einer Pressekonferenz in Hannover vor.
Anders als bei zentralen Großveranstaltungen, zu denen Menschen aus verschiedenen Regionen zusammenkommen, kommt hier das Thema zu den Menschen: "Die Atomtransporte verbinden uns alle", sagt Koordinatorin Christina Albrecht von ROBIN WOOD, "und diese Aktionsform gibt sehr vielen Menschen die Möglichkeit, ihre Ablehnung der Atomenergie in ihrem unmittelbaren Wohnumfeld und mit ihren eigenen Mitteln und Formen deutlich zu machen. Ob in Städten, an Bahnhöfen, unter Brücken oder auf Straßen und Wegen entlang der Bahntrassen, ob Posaunenchor und Gottesdienst, Mahnwachen, Kundgebungen, Kegeln mit selbst gebauten Atommüll-Fässern, Radtouren entlang der Atommüll-Strecken - der Phantasie sind kaum Grenzen gesetzt."
Die OrganisatorInnen liefern einen Aktionsleitfaden und sind bereit, die örtlichen AkteurInnen zu unterstützen und zu örtlichen und regionalen Vorbereitungstreffen zu kommen. Alle Aktionen, die verbindlich angemeldet werden, werden auf der Homepage www.castor-strecken-aktionstag.de eingetragen.
"Bereits seit Jahresbeginn regt sich der Widerstand gegen die Atommüll-Transporte nach Ahaus. Im Januar gab es einen ersten Streckenaktionstag zwischen Jülich und Ahaus", berichtet Sabine Jeromin aus Köln, die die Aktion im Westen koordiniert. "Ahaus wird zur logistischen Drehscheibe und zum oberirdischen Lager für radioaktiven Müll. Ins Zwischenlager Ahaus soll schon in wenigen Wochen wieder Atommüll rollen, im Durchschnitt zweimal pro Woche: Geliefert werden Brennelementekugeln aus dem 1978 verunglückten Hochtemperaturreaktor der Forschungsanlage in Jülich, außerdem auf dem Weg über die Gesellschaft für Nuklear-Service GNS in Duisburg vorgeblich harmlose Radionuklide. Hilfs- und Rettungskräfte wie Feuerwehren, THW und Krankenhäuser werden im Vorfeld nicht über heran rollende Sonderzüge mit radioaktiven Frachten informiert."
Eine besondere Herausforderung sind geplante Brennelement-Transporte aus Ahaus nach Russland: "Entsprechend würden wir es entschieden begrüßen, wenn am 23. Oktober auch in Städten wie Osnabrück, Bremen und Hamburg zum Thema Ahaus-Russland-CASTOR etwas passieren würde."
Bernd Ebeling von Contratom Uelzen zur Aktionsvorbereitung in Norddeutschland: "An den beiden Bahnstrecken für den hochaktiven Atommülltransport nach Gorleben sind in folgenden Städten bereits Aktionen geplant: Hameln, Hildesheim, Verden, Rotenburg, Buchholz sowie Göttingen, Hannover, Celle, Uelzen und Lüneburg. Viele Menschen werden ihr Unverständnis für die nicht nachvollziehbare Energiepolitik deutlich zeigen - nicht nur am 23. Oktober, sondern auch am 6. und 7. November, wenn der CASTOR-Transport durch Niedersachsen nach Gorleben rollt."
In Lubmin wird ab Ende Oktober mit einem CASTOR-Transport gerechnet, erläutert Heinz Wittmer. "Am 10. Oktober soll eine Regionalkonferenz in Greifswald stattfinden. Bis dahin sollen alle Aktiven aus den neun Städten unserer Region, aus denen Menschen zur Anti-Atom-Demo nach Berlin gefahren sind, angesprochen werden. Fest steht für den 23. Oktober eine Fahrradtour von Rostock nach Gelbensande, und ich könnte mir vorstellen, dass Aktionen in Schwerin, Bützow und Greifswald stattfinden."
Am 23. Oktober gegen 14.00 Uhr wollen die VeranstalterInnen die Aktion bilanzieren. Christina Albrecht: "Es geht uns dabei nicht um eine möglichst große Zahl von TeilnehmerInnen, sondern um einen möglichst flächendeckenden Protest an möglichst vielen Aktionsorten."
Quelle: Pressemeldung "ROBIN WOOD - Gewaltfreie Aktionsgemeinschaft für Natur und Umwelt e.V.
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