Bundesregierung tut Plutoniumbelastung der Unterelbe als unbedeutend ab

07.07.2010 | Berlin
Zur Antwort der Bundesregierung auf unsere Kleine Anfrage zur Plutoniumbelastung der Unterelbe erklären Dorothea Steiner, Sprecherin für Umweltpolitik und Katja Keul, Parlamentarische Geschäftsführerin:

Die Bundesregierung ignoriert weiterhin mögliche Gefahren für Mensch und Umwelt durch erhöhte Plutoniumbelastungen in der Unterelbe.

Schon lange weisen Berichte des Bundesumweltministeriums erhöhte Messwerte von Transuranen, insbesondere Plutonium, in der Unterelbe auf, für die es keine vernünftige Erklärung gibt. Die gefundenen hochgiftigen und stark radioaktiven Transurane kommen in der Natur nicht vor. Sie können nur künstlich erzeugt werden. Wir haben nach der Herkunft dieses Plutoniums gefragt, aber die Antwort der Bundesregierung zeigt uns, dass sie an einer Aufklärung der Ursachen für die hohen Messwerte nicht interessiert ist.

Die Belastungen seien völlig unbedenklich für Mensch und Umwelt, behauptet das Bundesumweltministerium. Deswegen soll auch nicht genauer gemessen werden. Auch die Ursachen der Belastungen will das Ministerium nicht untersuchen. Ein Zusammenhang mit den Wiederaufbereitungsanlagen in La Hague und Sellafield wird nicht ausgeschlossen, aber als unwahrscheinlich abgetan. Mögliche andere Quellen werden erst gar nicht untersucht.

Gerade im Zusammenhang mit der geplanten Elbvertiefung kann nicht ausgeschlossen werden, dass die belasteten Ablagerungen weiträumig verteilt werden. Die Bundesregierung jedoch lässt die ausgebaggerten Sedimente erst gar nicht untersuchen, da angeblich kein Gefahrenpotential durch das Plutonium in der Unterelbe bestehe.

Das Bundesumweltministerium nimmt die berechtigten Sorgen von Umweltschützern und Bevölkerung nicht ernst. Solange die Quelle der Transurane nicht bekannt ist, können jedoch künftige Belastungen mit gefährlichen Folgen für Mensch und Umwelt nicht ausgeschlossen werden. Das Bundesumweltministerium muss alles daran setzen, die Ursachen dieser Belastung mit radioaktiven Stoffen aufzuklären, um die Gesundheit der Menschen zu schützen.

Quelle: Pressemeldung Bundestagsfraktion Bündnis 90/Die Grünen

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