Ein dreimaliges NEIN zur Atommüllkippe Gorleben
Eine Woche vor dem nächsten CASTOR-Transport demonstrieren ROBIN WOOD-AktivistInnen heute in Berlin, Gorleben und in der Asse gegen ein atomares Endlager in Gorleben und für den Atomausstieg. In Berlin seilten sich AktivistInnen vom Dach des Logenhauses ab, in dem zurzeit auf Einladung des Bundesumweltministeriums das Endlager-Symposium stattfindet. Über dem Haupteingang des Gebäudes spannten sie ein Transparent mit dem Slogan: „Atommüll-Lager Gorleben – mit Sicherheit unsicher“. Vor dem Eingang zum Forschungsbergwerk Gorleben errichteten ROBIN WOODlerInnen eine etwa zwei Meter hohe Mauer, um es symbolisch zu blockieren. Vier weitere ROBIN WOOD-AktivistInnen kletterten auf den Förderturm auf dem Gelände des Atommüll-Lagers Asse und entrollten dort ein großes Banner, auf dem steht: „Auslaufmodell Asse. Rückholung sofort. Raus kommt es, so oder so.“ Mit den zeitgleich stattfindenden Aktionen will ROBIN WOOD die Parallelen zwischen Gorleben und Asse verdeutlichen und anmahnen, dass aus dem Asse-Desaster Konsequenzen für Gorleben gezogen werden. ROBIN WOOD fordert, die weitere Atommüllproduktion zu stoppen, auf den Endlager-Standort Gorleben zu verzichten und zügig die Rückholung des gesamten Atommülls aus dem einsturzgefährdeten Salzbergwerk in der Asse vorzubereiten.
Während die AKWs in Deutschland jeden Tag weiteren hochradioaktiven und Jahrtausende strahlenden Müll produzieren, ist die Frage weiterhin ungeklärt, wo dieser Müll gelagert werden soll. Die Suche nach einem dafür geeigneten Standort ist bisher bereits im Ansatz gescheitert. Fragen der Sicherheitsanforderungen an ein solches Lager und an ein Auswahlverfahren sind hoch umstritten.
Die bisherigen Versuche, den Strahlenmüll sicher zu lagern, sind auf ganzer Linie gescheitert. Das „Versuchsendlager“ Asse - Pilotprojekt für das geplante Endlager in Gorleben - droht bereits nach nur 40 Jahren Betriebsdauer einzustürzen und abzusaufen. Nach internationalen Standards müsste der Müll für eine Million Jahre sicher von der Biosphäre abgeschirmt werden. Der Asse-Betreiber hatte dagegen Sicherheit für einen Zeitraum von „nur“ 130.000 Jahren versprochen – und dies noch auf Grundlage fehlerhafter Berechnungen, wie das Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) inzwischen feststellte. Nach Angaben des BfS könnten schon nach 150 Jahren gasförmige radioaktive Stoffe austreten und Grenzwerte überschritten werden.
„Es sind die gleichen Experten und Vertreter der gleichen Parteien, die uns in der Asse und in Gorleben immer wieder absolute Sicherheit versprochen und felsenfest behauptet haben, alle technischen Probleme im Griff zu haben“, sagt Dirk Seifert, Energiereferent von ROBIN WOOD. „Wir können nach dem Asse-Skandal doch jetzt nicht einfach so weitermachen und in ein paar Jahrzehnten wiederholt sich ein Desaster noch schlimmeren Ausmaßes dann in Gorleben.“
Nachdem im Juni dieses Jahres der breiten Öffentlichkeit bekannt geworden war, dass radioaktive Lauge durch das Bergwerk sickert, hatte Bundesumweltminister Sigmar Gabriel in den Medien Handlungsfähigkeit demonstrieren wollen. Er kündigte an, die Asse werde nun unter Atomaufsicht gestellt. Doch nicht einmal diese Selbstverständlichkeit wurde bis heute eingelöst. Der dafür nötige Kabinettsbeschluss wird aufgrund heftiger Auseinandersetzungen in der Bundesregierung immer wieder verschoben.
ROBIN WOOD ruft dazu auf, sich an den Protesten gegen den CASTOR-Transport ins Wendland zu beteiligen und zu der Demonstration am Samstag, den 8. November nach Gorleben zu kommen.
Quelle: Pressemeldung "ROBIN WOOD - Gewaltfreie Aktionsgemeinschaft für Natur und Umwelt e.V.
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