Elektrisch fahren nur mit Erneuerbaren

19.08.2009 | Frankfurt
WWF: Nationaler Entwicklungsplan schöpft Potentiale der Elektromobilität nicht voll aus

Der WWF begrüßt den Nationalen Entwicklungsplan Elektromobilität, der heute vom Kabinett beschlossen werden soll, fordert jedoch Nachbesserungen bei den gesetzlichen Rahmenbedingungen. Wenn Elektrofahrzeuge einen ambitionierten Beitrag zum Klimaschutz leisten sollen, muss ihre Markteinführung an den Ausbau der Erneuerbaren Energien über die jetzigen Ziele hinaus gebunden werden. Im derzeitigen Entwicklungsplan fehlt eine derartige Festlegung jedoch. Hier muss die nächste Bundesregierung nacharbeiten und sich zum zusätzlichen Ausbau Erneuerbarer Energien verbindlich bekennen.

Der WWF kritisiert auch, dass der Entwicklungsplan keine wirksamen Anreize für den Kauf von Elektrofahrzeugen setzt und ein Markteinführungsprogramm erst 2011 überhaupt prüfen will. "Deutschland soll zum Leitmarkt für Elektromobilität werden, aber die Bundesregierung möchte keine Kaufanreize für diesen Leitmarkt setzen. Damit fahren wir anderen Ländern hinterher, die statt auf die Abwrackprämie auf die Förderung effizienter und elektrischer Fahrzeuge gesetzt haben", erklärt Viviane Raddatz, Verkehrsexpertin des WWF.

"Elektrofahrzeuge können unter den richtigen Rahmenbedingungen fast CO2-frei fahren, wenn in den Batterien sauberer Strom aus zusätzlichen Erneuerbaren Energiequellen steckt", so Viviane Raddatz. Strom aus klimaschädlichen Kohlekraftwerken ließe Elektrofahrzeuge nicht besser dastehen als Benzin- und Dieselfahrzeuge. Die realen CO2-Emissionen der Elektrofahrzeuge hängen im Wesentlichen von den politischen Rahmenbedingungen ab und davon welche Art von Kraftwerk den zusätzlich benötigten Strom produziert. So dürfe beispielsweise die Höchstgrenze im Emissionshandel durch die Einführung von Elektromobilität nicht angehoben werden.

Der WWF sieht in der Elektromobilität einen potentiell wichtigen Baustein eines CO2-freien Verkehrssystems, insbesondere in Perspektive auf 2050. Der Klimaschutzbeitrag der von der Bundesregierung angestrebten Flotte von 1 Million Elektroautos bis 2020 sei dabei nur ein erster Schritt: die Einsparung betrüge ungefähr 1% der Pkw-Emissionen. "Wenn Elektromobilität auf lange Sicht ein Eckpfeiler einer erfolgreichen Klimaschutzstrategie werden soll, müssen auch die Rahmenbedingungen für die übrigen Verkehrsträger stimmen", so Viviane Raddatz. Für den WWF bedeutet dies vor allem stärkere Effizienzanstrengungen auch bei konventionellen Fahrzeugen sowie die sukzessive Umstellung aller elektrisch betriebenen Verkehrsmittel auf Erneuerbare Energien.

Quelle: Pressemeldung WWF Deutschland

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