Europa feiert die Windenergie
In der EU waren Windturbinen für 40 Prozent der im vergangenen Jahr neu installierten
Kraftwerksleistung verantwortlich. Damit hat die Windenergie bei den Neuinstallationen
erstmals die konventionellen Konkurrenten (Gas, Kohle, Uran) überholt. Seit dem Jahr
2000 hat sich der Anteil Windenergie an der Stromversorgung vervierfacht. Heute deckt
die saubere Energieform 3,7% des EU-Strombedarfs. In einzelnen Windländern erreichen
die Versorgungsraten wahre Höchstwerte: 20 Prozent in Dänemark, zehn Prozent in
Spanien, sieben Prozent in Deutschland. In Schleswig-Holstein, dem nördlichsten
Bundesland, deckt die Windenergie bereits über 36 Prozent des Stromverbrauchs ab, in
Mecklenburg-Vorpommern sowie in Sachsen-Anhalt sind es jeweils gut 34% des Landesstromverbrauchs.
Der Erfolg der Windenergie in Europa beruht auf den Zielen der EU zur CO2-Reduktion
und einer gezielten Förderpolitik. Das deutsche Einspeisemodell, das auf kostendeckenden
Tarifen beruht, wurde nach und nach von anderen Staaten übernommen. Die Folge
waren Effizienzsteigerungen, Kostenreduktionen und ein Beschäftigungswunder. Allein in
Deutschland schuf die Windbranche 90'000 Arbeitsplätze.
Der europäische Windtag ist Gelegenheit, zusammen mit der breiten Öffentlichkeit diese
Erfolge zu feiern und gleichzeitig über die saubere und emissionsfreie Energiequelle zu
informieren. Nachdem im vergangen Jahr rund 40'000 Personen an 150 Anlässen in 18
Ländern teilgenommen haben, finden auch dieses Jahr vom 13. - 15. Juni Eröffnungsfeiern,
Tage der offenen Tür, Konzerte, Vorträge und Führungen statt. Organisiert wird
der Windtag von der Europäischen Windenergievereinigung EWEA.
Kommunikation Suisse Eole
Der Erfolg der Windenergie in der EU sollte der Schweizer Förderpolitik Mut machen. Das
mittelfristige Potenzial hiesiger Windstromerzeugung liegt gemäss Bundesamt für Energie
bei 600 Mio. kWh, das sind mehr als ein Prozent des heutigen Stromkonsums. Langfristig
gesehen liegt es gar bei vier Milliarden Kilowattstunden. Die Realisierung nur schon des
mittelfristigen Potenzials würde Investitionen von einer Milliarde Franken auslösen,
welche zu einem Drittel direkt den wirtschaftlich oft benachteiligten Standortregionen
zugute kämen. Mit den kürzlich festgelegten ungenügenden Einspeisetarifen für Windstrom
rückt dieses Ziel allerdings in weite Ferne, da nun nur noch sehr wenige Standorte
rentabel realisiert werden können. Zumindest ging kürzlich bei Martigny die produktionsstärkste
Anlage der Schweiz in Betrieb.
Der Windenergieverband Suisse Eole, der dieser Tage sein zehnjähriges Bestehen
feiert, fordert eine ernsthafte und faire Umsetzung der Förderpolitik - das heisst,
real kostendeckende Tarife! Genau dies hat unser Parlament vor Jahresfrist mit seinem
Ja zur kostendeckenden Einspeisevergütung für Windstrom nämlich beschlossen. Und nur
so können das volle Potenzial genutzt und ein energiepolitisch sehr bedauerliches Abseits
der Schweiz bei der Windenergienutzung verhindert werden.
Quelle: Pressemeldung Suisse Eole Geschäftsstelle c/o ENCO AG
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