Fränkische Forschungsbohrung forciert Erdwärme-Nutzung

22.03.2010 | München
Mit einer deutschlandweit einmaligen Forschungsbohrung wird die Erdwärmenutzung in Bayern weiter forciert. Denn dadurch lassen sich noch bessere Vorhersagen über die Wärmeausbeute erzielen. Dies erklärte Melanie Huml, Umweltstaatssekretärin heute anlässlich des Abschlusses der Forschungsbohrung im oberfränkischen Neuenmarkt (Landkreis Kulmbach).

Huml: "Präzisere Vorhersagen, wie viel Erdwärme ein Grundstück liefern kann, haben praktischen Nutzen für Häuslebauer und Planer. Durch die Forschungsbohrung wird künftig noch genauer ersichtlich, wie viel Erdwärme ein Grundstück liefern kann." Oberflächennahe Geothermie kann vielerorts in Deutschland genutzt werden. Statt mit Öl und Gas heizt und kühlt man die Wohn- und Bürogebäude mit klimafreundlicher Erdwärme. "Unsere Bohrergebnisse helfen, die Technik noch weiter zu optimieren", so Huml.

Bisher müsse sich der Hausherr auf Pauschalwerte aus Labormessungen oder der Literatur zur Auslegung der Erdwärmesondenanlage verlassen, so Huml. Jetzt ermöglicht es die 70 Meter tiefe Bohrung erstmals in Deutschland, die im Labor gemessenen Werte mit der Realität vor Ort zu eichen. Denn die Wärmeleitfähigkeit des Gesteins wird dank modernster Technik direkt im Bohr-loch und anschließend im Labor an den Bohrkernen gemessen. Mit Hilfe der Forschungsarbeit können künftig Laborergebnisse von Bohrkernen aus ganz Bayern geeicht werden - laut Huml eine Pionierarbeit, die den Planern auch in anderen Regionen zu Gute kommt.

Im Rahmen des EU-kofinanzierten Projektes "Informationsoffensive Oberflächennahe Geothermie" werden bis 2015 Geothermie-Karten im Maßstab 1:50.000 für ganz Bayern vorliegen. Sie zeigen, welcher Anlagentyp in welchen Gebieten geeignet ist. Aber auch wo mit Einschränkungen zu rechnen ist, weil zum Beispiel die Grundwasserverhältnisse ungünstig sind. In dieses Kartenwerk finden auch die Wärmeleitfähigkeitswerte Eingang. Demnächst werden die ersten Karten im Internet zur Verfügung stehen.

Quelle: Pressemeldung Bayerisches Staatsministerium für Umwelt und Gesundheit

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