Genehmigung für Kohlekraftwerk Moorburg wäre klimapolitische Bankrotterklärung
ROBIN WOOD hält die sich abzeichnende baldige Genehmigung des neuen Vattenfall-Kraftwerks in Hamburg-Moorburg für einen schweren politischen Fehler und eine klimapolitische Bankrotterklärung der schwarz-grünen Regierung. Sollte die grüne Umweltsenatorin Anja Hajduk das neue Kohlekraftwerk genehmigen, wäre dies ein inakzeptabler Wahlbetrug. ROBIN WOOD fordert die Mitglieder der GAL in Hamburg auf, dieser Klimakiller-Politik die Zustimmung zu verweigern. Aus Protest gegen das Kraftwerks-Projekt haben rund ein Dutzend AktivistInnen von ROBIN WOOD und der BUND Jugend heute um 14:30 Uhr an der Lombardsbrücke in der Hamburger Innenstadt ein Transparent mit der Aufschrift „Die Jugend lässt sich nicht verkohlen“ aufgehängt. Unter dem Transparent fahren mehrere Kanus auf der Alster, auf denen zahlreiche kleine Windräder stehen. „Den erneuerbaren Energien gehört die Zukunft, nicht der Dinosauriertechnik Kohle“, so ROBIN WOOD-Aktivist Jan Becker. Noch in diesem Monat wird die von der GAL geführte Umweltbehörde über den Bauantrag von Vattenfall entscheiden. Das 1.600 Megawatt-Steinkohlekraftwerk würde mit einem CO2-Ausstoß von über acht Millionen Tonnen jährlich das Klima anheizen. Die Stadt würde damit ihre eigenen Klimaschutzziele torpedieren. Sollten ausgerechnet die Grünen eine solche Entscheidung verantworten, wäre dies ein schwerer energie- und klimapolitischer Fehler mit bundesweiter Bedeutung. Mit einer Genehmigung für das Kraftwerk Moorburg würden die Grünen dem an vielen Standorten wachsenden Widerstand gegen die Atom- und Kohlekonzerne in den Rücken fallen. Gleichzeitig würde eine grüne Zustimmung für Moorburg den für den Klimaschutz notwendigen Ausbau erneuerbarer Energien wesentlich erschweren. „Grüne Glaubwürdigkeit steht in der Energie- und Klimapolitik nicht nur in Hamburg, sondern auch bundesweit auf dem Spiel“, sagt Dirk Seifert, Energiereferent von ROBIN WOOD. „Wer einerseits die Energiewende fordert und andererseits extrem klimaschädliche Kohlekraftwerke genehmigt, verliert jede Überzeugungskraft.“ Im Wahlkampf der GAL in Hamburg war Moorburg das zentrale Thema. Den WählerInnen haben die Grünen in Hamburg versprochen, dass sie das Kohlekraftwerk in Hamburg verhindern werden. Auch der jetzige Staatsrat Christian Maaß hat immer wieder betont, es gäbe „ausreichend rechtliche Möglichkeiten, das Kraftwerk noch zu stoppen“. „Wenn die Grünen dieses Versprechen bei einem der wichtigsten Zukunftsthemen nicht einlösen können, dann muss die Partei die Konsequenz ziehen und aus der Koalition austreten“, so Seifert. „Tut sie dies nicht, macht sie sich unglaubwürdig und sorgt für weiteren Wählerfrust.“ Der Bau des Kraftwerks birgt erhebliche Gefahren für Menschen und Umwelt – und ist obendrein schlicht überflüssig. Selbst wenn demnächst das AKW Brunsbüttel und das Heizkraftwerk Wedel stillgelegt würden, würde Vattenfall mit Moorburg und einem weiteren neuen Kraftwerk am Standort Boxberg seine Stromerzeugungskapazitäten um mehr als 1.000 Megawatt gegenüber heute steigern. „Vattenfall verdient sich eine goldene Nase und wir dürfen die Folgen des Klimawandels ausbaden“, sagt Jan Becker von ROBIN WOOD in Hamburg. „Wir fordern alle Vattenfall-KundInnen auf, sofort zu einem Ökostromanbieter zu wechseln und die Klimakillerpolitik von Vattenfall nicht länger mitzufinanzieren.“
Quelle: Pressemeldung "ROBIN WOOD - Gewaltfreie Aktionsgemeinschaft für Natur und Umwelt e.V.
Dieser Beitrag wurde bisher 82 mal gelesen.
(Rang 221 auf strom-universum.de)
Weitere News
BASF treibt mit neuer globaler Geschäftseinheit Batterie-Aktivitäten für Elektromobilität voran
23.11.2011 | Neue Geschäftseinheit "Battery Materials" führt Kathoden-Materialien, Elektrolyte und Aktivitäten für...
weiter in BASF treibt mit neuer globaler ...Vom Stall in die Gasleitung
16.11.2011 | Biogasanlage Barleben vergärt überwiegend Schweinegülle und Putenmist Fondsinitiator UDI erwirbt Anlage von...
weiter in Vom Stall in die Gasleitung ...Der Parlamentarische Beirat für nachhaltige Entwicklung: "Wir brauchen einen neuen Aufbruch"
02.11.2011 | Am 28. und 29. Oktober 2011 haben der Parlamentarische Beirat für nachhaltige Entwicklung und die Vereinigung...
weiter in Der Parlamentarische Beirat für ...Strompreisprognose 2012: Anstieg um 4 Prozent wahrscheinlich
19.10.2011 | Verivox hat ermittelt, dass die durchschnittlichen Strompreise für private Verbraucher zum Jahreswechsel um...
weiter in Strompreisprognose 2012: Anstieg um ...Energiewende sieht anders aus
30.05.2011 | Der WWF kritisiert die Koalitionsvereinbarung zum Atomausstieg als visionsloses Stückwerk. "Die Koalition hat...
weiter in Energiewende sieht anders aus ...Aktuelles
BASF treibt mit neuer globaler Geschäftseinheit Batterie- Aktivitäten für Elektromobilität voran
Neue Geschäftseinheit "Battery Materials" führt...
weiter ...Vom Stall in die Gasleitung
Biogasanlage Barleben vergärt überwiegend Schweinegülle und...
weiter ...Neuigkeiten
Hybridantrieb vs. 1 Liter Motor
Der Hybridantrieb und das 1l-Auto sind zwei gegensätzliche...
weiter ...63 Strom- und 53 Gasanbieter kündigen Preiserhöhungen an
Zum Dezember und Januar haben 63 Stromanbieter...
weiter ...Weitere Themen
Mit intelligenten Thermostaten Energie sparen
Intelligente Thermostate sind eine weitere Neuentwicklung,...
weiter ...Große Preisunterschiede bei Grundversorgern
Verivox hat die Strompreise der Grundversorger in...
weiter ...Archiv
Wettbewerb ist der beste Verbraucherschutz
Strom- und Gaskunden werden ihren Versorger in Zukunft...
weiter ...237 Gasversorger kündigen Preiserhöhungen an
Der Winter kommt, das Gas wird teurer. 237 Gasanbieter haben...
weiter ...Verschiedenes
Netzentgelte: Regierung schröpft Verbraucher
vzbv fordert eine angemessene Beteiligung der Wirtschaft an...
weiter ...Die Zeit drängt: Höhere Förderung für besonders energieeffiziente Anlagenkombinationen
Für besonders energieeffiziente Anlagenkombinationen gibt es...
weiter ...
