Geothermie-Boom lockt Fachleute nach München
Nicht nur die Geothermie boomt derzeit, sondern auch die Nachfrage nach fundierten Informationen: Innerhalb weniger Tage war die Fachtagung ausgebucht, die das Bayerische Landesamt für Umwelt (LfU) in München zu diesem Thema angeboten hat. Rund 200 Interessierte und Fachleute aus ganz Deutschland nahmen heute daran teil. LfU-Vizepräsident Richard Fackler sagte zur Eröffnung: "Es geht darum, Anwender, Kommunen und Überwachungsbehörden fit zu machen". Fackler betonte, dass beim Bau und im Betrieb auch der Grundwasserschutz beachtet werden müsse, damit die Geothermie als heimische Energie auf Dauer umweltgerecht bleibe. Das LfU erarbeitet die fachlichen Grundlagen zur wasserwirtschaftlichen Beurteilung von Geothermieanlagen. Zudem liefere das LfU mit dem Großprojekt IOGI die benötigten geologischen und hydrogeologischen Fachinformationen für die geothermische Nutzung des Bodens und des Grundwassers in Bayern. Im Laufe des Jahres wird dazu das Geothermie-Portal fertig gestellt, in dem sämtliche benötigten Informationen für eine optimale Nutzung der Geothermie digital angeboten werden.
Bei der oberflächennahen Geothermie zum Heizen, Kühlen und Klimatisieren ist seit einigen Jahren ein regelrechter Boom zu beobachten: Innerhalb von nur fünf Jahren hat sich die Zahl der bundesweit verkauften Wärmepumpen verfünffacht, der Trend ist weiter steigend. Wo der Untergrund als Energiequelle genutzt wird, bieten sich Heizkosteneinsparungen und Vorteile für den Klimaschutz. In der Planung, in der Bauausführung und im Betrieb muss aber der Grundwasserschutz beachtet werden, so die LfU-Fachleute, um zu vermeiden, dass die umweltfreundliche Energie zu Lasten des Grundwassers geht. Das gilt für die standortbezogene Planung, die Beachtung der wasserwirtschaftlichen Vorgaben zur Bohrtiefe, die sachgerechte Ausführung der Bohrungen und den technisch einwandfreien Ausbau. Aber auch regelmäßige Kontrollen und der Betrieb der Anlage nach den Dimensionierungsvorgaben seien wichtig, damit es keinen unerwünschten Eintrag von Stoffen aus den Anlagen in das Grundwasser gäbe und problematische Kurzschlüsse zwischen Erdoberfläche und Grundwasser sowie verschiedenen Grundwasserstockwerken vermieden werden.
Im IOGI-Projekt, der Informationsoffensive Oberflächennahe Geothermie, arbeiten mehr als 40 Fachleute des LfU an der flächenhaften Bestandsaufnahme zur Geologie, Hydrogeologie und des Bodens in ganz Bayern. Rund 32 Millionen Euro kostet das Gesamtprojekt, rund ein Drittel davon sind EU-Fördermittel. Damit werden die anstehenden Arbeiten ganz wesentlich beschleunigt: Bis 2015 sollen sie abgeschlossen sein.
Bei der Fachtagung standen die wasserwirtschaftlichen Aspekte der oberflächennahen Geothermie im Vordergrund, um sicherzustellen, dass das Grundwasser auf Dauer geschützt bleibt.
Quelle: Pressemeldung Bayerisches Landesamt für Umwelt
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