Greenpeace-Klimaschutztour endet in Moorburg
Mit einem feurigen Protest gegen das geplante Steinkohlekraftwerk in Hamburg Moorburg endet heute die bundesweite Klimaschutztour von Greenpeace. Vor der Baustelle haben die Aktivisten einen rund drei Meter breiten und ebenso hohen brennenden CO2-Schriftzug entzündet. Neben der gasgespeisten Fackel warnt ein Banner: Kohlekraft verheizt das Klima! Insgesamt haben die Umweltschützer in den vergangenen vier Wochen an 21 Orten gegen klimafeindliche Politik und Industrie demonstriert. Unter anderem vor dem Reichstagsgebäude in Berlin gegen die Klimapolitik von Bundeskanzlerin Angela Merkel sowie beim Braunkohlekraftwerk Jänschwalde gegen die verfehlte Energiepolitik des Energiekonzerns Vattenfall.
Greenpeace Aktivisten protestieren mit einem brennenden CO2 Zeichen vor einem Kohlekraftwerk in Mainz.
Kohle ist Gift fürs Klima, erklärt Karsten Smid, Klimaexperte von Greenpeace. Kein anderer deutscher Energiekonzern bietet klimaschädlicheren Strom an als Vattenfall. Jede bei Vattenfall erzeugte Kilowattstunde Strom hat im Schnitt 890 Gramm Kohlendioxid produziert, das ist Negativrekord in Deutschland. Der Durchschnitt des Energiemixes in Deutschland liegt bei 596 Gramm Kohlendioxid.
In Hamburg fordert Greenpeace von Vattenfall, den Bau des Kohlekraftwerks Moorburg im Interesse des Klimaschutzes aufzugeben. Als Alternative für den Standort Moorburg schlägt Greenpeace den Bau eines Gaskraftwerkes der halben Größe vor, das lediglich ein Viertel so viel CO2 ausstoßen würde.
Anstatt in Kohlekraftwerke muss Vattenfall in Erneuerbare Energien investieren, sagt Smid. Zurzeit erzeugt der Konzern nur 0,04 Prozent seines Strommixes aus Windenergie. Der aktuelle Report Schwarzbuch Vattenfall - strahlend und verkohlt hinein in den Klimawandel zeigt auf 32 Seiten das tatsächliche Engagement des Konzerns beim Klimaschutz: Der Konzern versucht sich mit der realitätsfernen PR-Kampagne Klimaunterschrift als klimafreundlich zu verkaufen. Untersucht werden ferner seine Organisationsstruktur, die Gewinne, die Lobby-Methoden, seine Interaktion beim Emissionshandel und das Versagen bei diversen Unfällen in deutschen und schwedischen Atomkraftwerken.
Als Übergangslösung für eine zukunftsorientierte Energieversorgung fordert Greenpeace den Bau effizienterer Kraftwerke. Als konkrete Alternative zum überdimensionierten Kohlekraftwerk Moorburg mit einem jährlichen CO2-Ausstoß von 8,5 Millionen Tonnen schlägt Greenpeace ein Gaskraftwerk mit 800 Megawatt vor, bei dem mit Hilfe der Kraft-Wärme-Koppelung nicht nur Strom, sondern auch Wärme erzeugt wird. Gas ist im Vergleich zu Kohle ein Energieträger, der nur halb so viel klimaschädliche Emissionen ausstößt.
Quelle: Pressemeldung Greenpeace
Dieser Beitrag wurde bisher 65 mal gelesen.
(Rang 418 auf strom-universum.de)
Weitere News
BASF treibt mit neuer globaler Geschäftseinheit Batterie-Aktivitäten für Elektromobilität voran
23.11.2011 | Neue Geschäftseinheit "Battery Materials" führt Kathoden-Materialien, Elektrolyte und Aktivitäten für...
weiter in BASF treibt mit neuer globaler ...Vom Stall in die Gasleitung
16.11.2011 | Biogasanlage Barleben vergärt überwiegend Schweinegülle und Putenmist Fondsinitiator UDI erwirbt Anlage von...
weiter in Vom Stall in die Gasleitung ...Der Parlamentarische Beirat für nachhaltige Entwicklung: "Wir brauchen einen neuen Aufbruch"
02.11.2011 | Am 28. und 29. Oktober 2011 haben der Parlamentarische Beirat für nachhaltige Entwicklung und die Vereinigung...
weiter in Der Parlamentarische Beirat für ...Strompreisprognose 2012: Anstieg um 4 Prozent wahrscheinlich
19.10.2011 | Verivox hat ermittelt, dass die durchschnittlichen Strompreise für private Verbraucher zum Jahreswechsel um...
weiter in Strompreisprognose 2012: Anstieg um ...Energiewende sieht anders aus
30.05.2011 | Der WWF kritisiert die Koalitionsvereinbarung zum Atomausstieg als visionsloses Stückwerk. "Die Koalition hat...
weiter in Energiewende sieht anders aus ...Aktuelles
BASF treibt mit neuer globaler Geschäftseinheit Batterie- Aktivitäten für Elektromobilität voran
Neue Geschäftseinheit "Battery Materials" führt...
weiter ...Vom Stall in die Gasleitung
Biogasanlage Barleben vergärt überwiegend Schweinegülle und...
weiter ...Neuigkeiten
Hybridantrieb vs. 1 Liter Motor
Der Hybridantrieb und das 1l-Auto sind zwei gegensätzliche...
weiter ...63 Strom- und 53 Gasanbieter kündigen Preiserhöhungen an
Zum Dezember und Januar haben 63 Stromanbieter...
weiter ...Weitere Themen
Mit intelligenten Thermostaten Energie sparen
Intelligente Thermostate sind eine weitere Neuentwicklung,...
weiter ...Große Preisunterschiede bei Grundversorgern
Verivox hat die Strompreise der Grundversorger in...
weiter ...Archiv
Wettbewerb ist der beste Verbraucherschutz
Strom- und Gaskunden werden ihren Versorger in Zukunft...
weiter ...237 Gasversorger kündigen Preiserhöhungen an
Der Winter kommt, das Gas wird teurer. 237 Gasanbieter haben...
weiter ...Verschiedenes
Netzentgelte: Regierung schröpft Verbraucher
vzbv fordert eine angemessene Beteiligung der Wirtschaft an...
weiter ...Die Zeit drängt: Höhere Förderung für besonders energieeffiziente Anlagenkombinationen
Für besonders energieeffiziente Anlagenkombinationen gibt es...
weiter ...
