Greenpeace fordert höhere Atomsteuer
Das entspräche den Gewinnen, die den Atomkonzernen durch den wegen des Emissionshandels gestiegenen Strompreis ungerechtfertigterweise zufallen. Das brächte der Bundesregierung Einnahmen von jährlich rund 3,5 Milliarden Euro statt wie geplant 2,3 Milliarden. Greenpeace fordert die Bundesregierung auf, keine Verlängerung der Laufzeiten von Atomkraftwerken zuzulassen, weil dadurch die Sicherheit der Bundesbürger gefährdet und der Ausbau der Erneuerbaren Energien blockiert wird.
"Eine Atomsteuer ist längst überfällig und hat rein gar nichts mit einer Laufzeitverlängerung von Atomkraftwerken zu tun", erklärt Andree Böhling, Energieexperte von Greenpeace. "Die Atomkonzerne verdienen mit ihrem Risikostrom Milliarden, muten die Kosten der strahlenden Hinterlassenschaften wie bei Asse dann aber den Bürgern zu." Die Sanierung des maroden Atommüllendlagers wird mit mindestens 3,7 Milliarden Euro veranschlagt, für die derzeit der Steuerzahler allein aufkommen muss.
Das Greenpeace-Konzept für eine Atomsteuer orientiert sich an den sogenannten ungerechtfertigten Mitnahmegewinnen der Stromkonzerne. Diese sollen den Unternehmen teilweise abgenommen und dem Bundeshaushalt zugeführt werden. Damit sind die Gewinne gemeint, die sich ergeben, weil wegen des Emissionshandels höhere Preise für Atomstrom gezahlt werden, obwohl die Konzerne keinerlei Mehrausgaben haben. So berechnete bereits im Oktober 2009 das Forum Ökologisch-Soziale Marktwirtschaft (FÖS) für Greenpeace ein Stufenmodell, in dem die Kilowattstunde Atomstrom bis 2012 mit 2,5 Cent und ab 2013 mit 3,5 Cent zu besteuern wäre. Bis 2014 kämen so Steuereinnahmen von 13,7 Milliarden Euro trotz Festhaltens am Atomausstieg zusammen. Das sind 4,5 Milliarden Euro mehr als im Regierungskonzept, obwohl das Laufzeitverlängerungen einberechnet.
Die Energiekonzerne hatten angekündigt, gegen die Atomsteuer klagen zu wollen. Nach Einschätzung von Greenpeace hätte so eine Klage aber wenig Chancen auf Erfolg. Die Steuer ist mit dem EU-Recht vereinbar. Sie stellt auch keine Verletzung des Vertrages zum Atomausstieg dar, weil sie keine finanzielle Diskriminierung der Atomkraft vorsieht. Sie würde lediglich Privilegien für die AKW-Betreiber abbauen, die erst nach dem Atomkonsens entstanden sind. "So eine Klage wäre der Gipfel der Unverschämtheit", so Böhling. "Da versuchen die Atomkonzerne, sich auf den Atomausstieg zu berufen, den gerade sie ja aufkündigen wollen."
Quelle: Pressemeldung Greenpeace e. V.
Dieser Beitrag wurde bisher 77 mal gelesen.
(Rang 259 auf strom-universum.de)
Weitere News
Hybridantrieb vs. 1 Liter Motor
19.12.2011 | Der Hybridantrieb und das 1l-Auto sind zwei gegensätzliche Lösungsansätze für dasselbe Problem, mit weniger...
weiter in Hybridantrieb vs. 1 Liter Motor ...63 Strom- und 53 Gasanbieter kündigen Preiserhöhungen an
17.11.2011 | Zum Dezember und Januar haben 63 Stromanbieter Preiserhöhungen von durchschnittlich 3 Prozent angekündigt. Im...
weiter in 63 Strom- und 53 Gasanbieter ...RENI-Branchenreports in Vorbereitung - Frühbucherrabatt
07.11.2011 | RENI | Renewables Insight verknüpft fundiertes Wissen aus dem Hause Solarpraxis mit zielgruppengerechter...
weiter in RENI-Branchenreports in ..."Wir leben Vielfalt und Offenheit"
14.10.2011 | Verivox, Deutschlands größtes Verbraucherportal für Energie und Telekommunikation, hat die "Charta der...
weiter in "Wir leben Vielfalt und Offenheit" ...Kontrollen für Lebensmittel aus Japan ausgeweitet und bis Ende September 2011 EU-weit verlängert
26.05.2011 | Zehn Wochen nach dem schweren Erdbeben und der Reaktorkatastrophe in Fukushima haben sich die Mitgliedstaaten...
weiter in Kontrollen für Lebensmittel aus ...Aktuelles
BASF treibt mit neuer globaler Geschäftseinheit Batterie- Aktivitäten für Elektromobilität voran
Neue Geschäftseinheit "Battery Materials" führt...
weiter ...Vom Stall in die Gasleitung
Biogasanlage Barleben vergärt überwiegend Schweinegülle und...
weiter ...Neuigkeiten
Hybridantrieb vs. 1 Liter Motor
Der Hybridantrieb und das 1l-Auto sind zwei gegensätzliche...
weiter ...63 Strom- und 53 Gasanbieter kündigen Preiserhöhungen an
Zum Dezember und Januar haben 63 Stromanbieter...
weiter ...Weitere Themen
Mit intelligenten Thermostaten Energie sparen
Intelligente Thermostate sind eine weitere Neuentwicklung,...
weiter ...Große Preisunterschiede bei Grundversorgern
Verivox hat die Strompreise der Grundversorger in...
weiter ...Archiv
Wettbewerb ist der beste Verbraucherschutz
Strom- und Gaskunden werden ihren Versorger in Zukunft...
weiter ...237 Gasversorger kündigen Preiserhöhungen an
Der Winter kommt, das Gas wird teurer. 237 Gasanbieter haben...
weiter ...Verschiedenes
Netzentgelte: Regierung schröpft Verbraucher
vzbv fordert eine angemessene Beteiligung der Wirtschaft an...
weiter ...Die Zeit drängt: Höhere Förderung für besonders energieeffiziente Anlagenkombinationen
Für besonders energieeffiziente Anlagenkombinationen gibt es...
weiter ...
