Gute Aussichten für Kraftwerksprojekte in den USA

29.01.2010 | Erlangen/ Berkeley
Ende Dezember 2009 hat das US-amerikanische Bureau of Land Management (Büro für die Verwaltung staatseigener Ländereien - BLM) auch den geplanten Solarkraftwerksstandort der Solar Millennium Gruppe in der Amargosa Wüste, Nevada, auf die sogenannte Fast-Track Liste gesetzt. Bislang verfügten nur die drei kalifornischen Standorte, an denen die Solar Millennium Gruppe Solarkraftwerke plant, über diesen Status.

Insgesamt sind bei positivem Verlauf des Genehmigungsprozesses bis zu neun Kraftwerke an diesen Standorten mit einer maximal möglichen Gesamtleistung von zusammen rund 2.500 Megawatt (MW) durch die Gruppe realisierbar. Die Genehmigungsverfahren von Projekten auf der Fast-Track Liste werden von den zuständigen Behörden vorrangig bearbeitet. Kraftwerke, die bis Ende des Jahres 2010 eine Baugenehmigung erhalten, können von Zuschüssen aus dem amerikanischen Konjunkturprogramm von Präsident Obama profitieren. Die Solar Millennium Gruppe kann für die Realisierung der Projekte zwischen verschiedenen Finanzierungsoptionen wählen und stützt sich dabei aufgrund mehrerer Anteilsverkäufe auf eine sehr solide Finanzlage.

Insgesamt stehen 14 Standorte für Solarprojekte mit einer wirtschaftlich maximal möglichen Gesamtleistung von rund 6.500 MW auf der Fast-Track Liste des BLM. Projekte mit diesem Status sind in ihrer Entwicklung so weit fortgeschritten, dass alle Genehmigungsphasen, inklusive der Erstellung der Umweltverträglichkeitsstudien (EIS - Environmental Impact Study), gestartet und grundsätzlich innerhalb des vorgesehenen verkürzten Zeitrahmens abgeschlossen werden können. Die EIS beschreiben die Auswirkungen einer Infrastrukturmaßnahme auf die Umwelt und werden nach ihrer Erstellung der Öffentlichkeit zugänglich gemacht.

Die US-Projekte werden von der Solar Millennium LLC entwickelt, einer 100% Tochtergesellschaft der Solar Trust of America (STA), die diese Projekte auch realisieren wird. Die STA ist ein Gemeinschaftsunternehmen von Solar Millennium (70%) und Ferrostaal (30%). Die STA deckt in der Region Nordamerika mit den Geschäftsbereichen Projektentwicklung, -finanzierung, Engineering, schlüsselfertiger Anlagenbau und Betrieb von Kraftwerken die gesamte Wertschöpfungskette solarthermischer Kraftwerke ab.

Josef Eichhammer, Geschäftsführer der Solar Millennium LLC, mit Sitz in Berkeley, Kalifornien: "Der Schutz der Umwelt genießt bei uns höchste Priorität, daher prüfen wir genau, welche Technologien für den jeweiligen Standort am geeignetsten sind. Um die lokalen Wasserressourcen zu schonen, werden wir deshalb für diese Projekte in Nevada und Kalifornien Trockenkühlung einsetzen." Bei dieser Technologie wird der Dampfkreislauf statt mit Wasser vor allem durch große Ventilatoren mit Luft gekühlt. "Damit reduzieren wir den Wasserverbrauch um rund 90 Prozent, ein wichtiges Kriterium für die Umweltverträglichkeitsprüfung. Mit dieser Entscheidung haben wir gute Voraussetzungen geschaffen, den Genehmigungsprozess weiter zu beschleunigen und somit spätestens im Dezember 2010 mit den Bauarbeiten an mindestens einem Kraftwerk beginnen zu können."

In den USA können Solarkraftwerksprojekte bis 2016 von sogenannten Investment Tax Credits profitieren. Dabei handelt es sich um eine Steuerentlastung in Höhe von bis zu 30 Prozent der Investitionssumme. Die ITC wurden von der Regierung geschaffen, um die Attraktivität von Investitionen in Solarkraftwerke zu erhöhen. Alle Projekte bei denen noch 2010 mit der Realisierung begonnen wird, qualifizieren sich für Subventionen aus dem US-Konjunkturprogramm (American Recovery and Reinvestment Act 2009) von Präsident Barack Obama. Dabei ist vorgesehen, dass die Unternehmen diesen ITC nicht in Form einer Steuerentlastung, sondern als direkten Zuschuss zur Finanzierung von der Regierung gewährt bekommen.

Thomas Mayer, Finanzvorstand der Solar Millennium AG: "Für die Finanzierung der US- Kraftwerksprojekte werden wir verschiedene Optionen kombinieren: Zur Verfügung stehen grundsätzlich speziell für diese Zwecke aufgelegte Programme der US Regierung sowie traditionelles Fremdkapital und die Finanzierung durch Eigenkapital der Solar Millennium Gruppe sowie von Partnern, einschließlich einer Fondslösung. Diese Optionen können in optimierter Form mit den Subventionen und Abschreibungsmöglichkeiten kombiniert werden." Vor diesem Hintergrund hat die Solar Millennium Gruppe im Oktober 2009 die Citigroup und die Deutsche Bank mandatiert, den Finanzierungsprozess zu strukturieren und zu begleiten. "Die Vorfinanzierung der Projektentwicklung ist gesichert - allein die erfolgreiche Veräußerung von Anteilen an den Solarkraftwerken Andasol 1, 2 und 3 an externe Investoren sowie der Vertrieb des Andasol Fonds ergeben in einer über einzelne Berichtsperioden hinausgehenden Betrachtung einen nachhaltigen Liquiditätszufluss von deutlich über 100 Mio. Euro. Darüber hinaus führen wir für diese bestehende Pipeline an großen Projekten seit längerer Zeit Gespräche und Verhandlungen mit Unternehmen und potenziellen Partnern. Außerdem haben wir beim US Department of Energy (DoE) Anträge auf Kreditgarantien gestellt, die im Rahmen des Konjunkturprogramms für Solarkraftwerke gewährt werden, die bis Ende 2011 eine Baugenehmigung erhalten haben."

Insgesamt sind bei positivem Verlauf des Genehmigungsprozesses bis zu neun Kraftwerke an diesen Standorten mit einer maximal möglichen Gesamtleistung von zusammen rund 2.500 Megawatt (MW) durch die STA realisierbar. Für einen Teil der auf den kalifornischen Standorten vorgesehenen Kraftwerke hat Solar Millennium LLC mit dem Energieversorger Southern California Edison (SCE) bereits im Juni 2009 Stromabnahme-Verträge, so genannte Power Purchase Agreements (PPA), unterzeichnet. Die PPA umfassen zwei Parabolrinnen-Kraftwerke mit einer Leistung von jeweils 242 MW mit der zusätzlichen Option für ein drittes 242-MW-Kraftwerk und regeln die Abnahme des in den Solarkraftwerken produzierten Stroms durch SCE über einen Zeitraum von 20 Jahren. Die Inbetriebnahme dieser Kraftwerke soll zwischen 2013 und 2014 erfolgen.

In Nevada kooperiert die Solar Millennium Gruppe mit NV Energy Inc., einem großen lokalen Energieversorger, bei der Entwicklung von solarthermischen Kraftwerken in der Amargosa-Wüste. Hier sind Parabolrinnen-Kraftwerke mit einer Leistung von je rund 250 MW und thermischen Speichern vorgesehen, wie sie bereits in den von Solar Millennium entwickelten Anlagen in Südspanien - Andasol 1 und 2 - zum Einsatz kommen.

Pro Kraftwerk ist ein Finanzierungsvolumen von jeweils mehr als einer Milliarde US-Dollar vorgesehen. Beim Bau jedes Solarkraftwerks werden mehrere hundert Menschen beschäftigt sein. Dauerhaft werden nahezu 100 direkte Arbeitsplätze in den Bereichen Betrieb, Instandhaltung und Verwaltung geschaffen. Zahlreiche weitere Arbeitsplätze entstehen durch Zulieferung und Servicebetriebe. Die Solar Millennium Gruppe erwartet aus diesen Kraftwerksprojekten in den nächsten Jahren Umsätze und Erträge in allen Geschäftsbereichen entlang der Wertschöpfungskette solarthermischer Kraftwerke.

Quelle: Pressemeldung Solar Millennium AG

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