IHK unterstützt Know-how-Transfer nach Kroatien

30.06.2010 | Mainz
Investitionen in Infrastruktur, Gewässerbau und Erneuerbare Energien bieten deutschem Mittelstand gute Chancen - IHK-Wirtschaftstag

Im Zeichen der im März unterzeichneten Kooperationsvereinbarung zwischen der Industrie- und Handelskammer für Rheinhessen und dem kroatischen Ministerium für Regionalwirtschaft, Forsten und Wasserwirtschaft stand der Deutsch-Kroatische Wirtschaftstag am Dienstag in Mainz. Die in der Vereinbarung enthaltenen Projekte bergen interessante Geschäftsmöglichkeiten für mittelständische Unternehmen. In ihrer Rolle als deutsche Schwerpunktkammer für Kroatien empfiehlt sich die IHK für Rheinhessen als Anlaufstelle für den Know-how-Transfer auf den kroatischen Markt.

Der Präsident der rheinhessischen IHK und Honorarkonsul der Republik Kroatien, Dr. Harald Augter, verwies auf Großprojekte wie den Bau des Donau-Save-Kanals, aber auch auf andere Investitionen in den Gewässerbau wie beispielsweise Kläranlagen: "Die IHK für Rheinhessen will diese Projekte durch den gezielt eingesetzten Transfer von Know-how unterstützen", bekräftigte Augter. Obwohl auch Kroatien unter der weltweiten Finanzkrise gelitten habe, erhole sich besonders der Handel mit Deutschland spürbar. So ist die Einfuhr nach Rheinland-Pfalz im ersten Vierteljahr 2010 um fast 50 Prozent gestiegen.

In enger Abstimmung mit der EU forciert Kroatien derzeit Investitionen in Umwelt und Transportwege, Deponien und in die Eisenbahnstruktur sowie die Binnenschifffahrt. Neue Wege geht die junge Republik auch auf dem Feld der Erneuerbaren Energien, wo man bis 2020 die Produktion aus erneuerbaren Quellen mehr als verdoppeln will. Darum wird die Stromerzeugung mit Windparks, kleinen Wasserkraftwerken, Photovoltaik und Erdwärme vorangetrieben. Hiervon könnten auch rheinhessische Unternehmer mit Know-how auf diesem Sektor profitieren.

Über die jüngste Entwicklung der bilateralen Wirtschaftbeziehungen berichtete der Vorsitzende des Kroatischen Weltkongresses in Deutschland (KWKD), Mijo Maric: "Das verstärkte Interesse deutscher Investoren an Engagements in Kroatien bestätigt nicht zuletzt auch das kürzlich stattgefundene ,Deutsch-Kroatische Wirtschaftsforum' in Zagreb, welches zu einem der größten Treffen von Unternehmern beider Länder seit Kroatiens Unabhängigkeit gehört." Laut Maric kann Kroatien solide Staatsfinanzen vorweisen und gilt als baldiges EU-Mitglied zum wichtigsten und attraktivsten Sprungbrett in die gesamte Region. Demnach zeigt die deutsche Wirtschaft besonderes Interesse an Investitionen im Ausbau der öffentlichen Infrastruktur, der Industrie und im Agrarbereich. Darüber hinaus hat auch der Tourismus große Potentiale.

Dass sich deutsche Mittelständler vor einem Markteintritt in Kroatien über die dortigen Gepflogenheiten informieren sollten, empfiehlt Jadranka Bayerl von m-result. Das Mainzer Marktforschungsunternehmen ist seit drei Jahren mit einer Tochtergesellschaft in Zagreb tätig. "Nach unserem Eindruck spielt in Kroatien das persönliche Vertrauen zwischen den Geschäftspartnern eine noch größere Rolle als hier. Bei vielen Unternehmen könnte man den Stil im Kundenkontakt als ,mediterran' bezeichnen - sehr persönlich und freundlich, einem privaten Gastgeber nicht unähnlich. Das ist sehr sympathisch. Aber wenn Unternehmen wachsen und der Kundenkontakt durch Angestellte erfolgt, lässt sich das oft nicht durchhalten und wir sehen daher in Kroatien einen hohen Bedarf an professionellen Maßnahmen zur Sicherung der Kundenzufriedenheit."

Quelle: Pressemeldung Industrie- und Handelskammer für Rheinhessen

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