Mannheim: Saubere Kohle ist eine dreckige Lüge
Klar zum Entern! - Klimaschutz selber machen! Getreu diesem Motto haben heute rund ein Dutzend ROBIN WOOD-AktivistInnen die Baustelle für den geplanten neuen Block 9 des Kohlekraftwerks Mannheim der GKM AG geentert und einen Kran besetzt. In ca. 50 Meter Höhe entrollten die AktivistInnen ein großes Banner mit dem Slogan "Baustopp - Climate justice now" (Klimagerechtigkeit jetzt).
Obwohl noch eine Klage vor dem Verwaltungsgerichtshof Mannheim gegen die Genehmigung des neuen Blocks anhängig ist, hat die GKM AG im Juni dieses Jahres damit begonnen, den neuen 911-Megawatt-Block zu bauen. Die Großkraftwerk Mannheim AG (GKM) ist ein Zusammenschluss aus MVV (Mannheimer Versorgungs- und Verkehrs GmbH, 28 Prozent), RWE (40 Prozent) und EnBW (32 Prozent). Ende 2013 soll Block 9 die Stromproduktion aufnehmen.
Geht die 1,2 Milliarden Euro teure Dreckschleuder wie geplant ans Netz, wird sie pro Jahr rund drei Millionen Tonnen CO2 in die Luft pusten, die die Region belasten und den weltweiten Klimawandel beschleunigen. Auch die Feinstaub- und Schwefelbelastung in der Region um Mannheim wird um mehrere 100 Tonnen pro Jahr zunehmen. Die Abwärme wird den Rhein weiter aufheizen und das Ökosystem schädigen.
Trotzdem wirbt die GKM AG für den Block 9 damit, die modernsten und effizientesten Steinkohleblöcke der Welt zu bauen und eine besonders umwelt- und klimaschonende Strom- und Fernwärmeerzeugung zu errichten.
"Wer das über ein Kohlekraftwerk behauptet, hat jeglichen Bezug zur Realität verloren und will die Öffentlichkeit für dumm verkaufen", kommentiert die ROBIN WOOD-Aktivistin Judith Maisenbacher die Grünfärberei der GKM. "Eine moderne, effiziente sowie umwelt- und klimaschonende Energieversorgung basiert nicht auf klimaschädlicher Kohle, sondern auf erneuerbaren Energien! Genau deren Ausbau aber wird durch neue Kohlekraftwerke blockiert."
ROBIN WOOD setzt daher auch darauf, der GKM AG die Stromabnehmer abspenstig zu machen. Ein Großer unter ihnen ist die Deutsche Bahn. Sie hat der GKM AG zugesichert, zehn Prozent des vom Block 9 erzeugten Stroms abzunehmen. ROBIN WOOD fordert die Bahn auf, im Sinne des Klimaschutzes diese Zusage zurück zuziehen, die Weichen in Richtung Energiewende zu stellen und den eigenen Strombedarf zu 100 Prozent aus erneuerbaren Energien zu decken.
Auch alle übrigen KundInnen der GKM AG fordert ROBIN WOOD auf, zu einem Ökostromanbieter zu wechseln.
Quelle: Pressemeldung "ROBIN WOOD - Gewaltfreie Aktionsgemeinschaft für Natur und Umwelt e.V.
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