Netzausbau bringt heimische Energien zu den Nutzern im Land - Kooperation mit RWE vereinbart

21.06.2010 | Mainz
Rheinland-Pfalz schafft vor allem durch den Ausbau der Erneuerbaren Energien die Voraussetzungen, um von teuren und knapp werdenden Fossilenergien unabhängiger zu werden. Dazu gehört als weiterer Baustein der Ausbau der Stromnetze und die Entwicklung so genannter intelligenter Netze. Diese verteilen den steigenden Anteil des aus Sonne, Wind, Biomasse oder Kraft-Wärme-Kopplungsanlagen dezentral gewonnenen Stroms optimal.

Zu diesem Zweck soll es, so Umweltministerin Margit Conrad, eine verstärkte Zusammenarbeit mit der RWE Rheinland-Westfalen Netz AG geben, die mit ihrer Tochtergesellschaft RWE Rhein-Ruhr Verteilnetz GmbH größter Verteilnetzbetreiber in Rheinland-Pfalz ist. Sie unterzeichnete gemeinsam mit Dr. Rolf Martin Schmitz, Vorstand RWE AG, und Dr. Arndt Neuhaus, Vorstandsvorsitzender RWE Rheinland Westfalen Netz, eine Absichtserklärung "für eine verstärkte Zusammenarbeit bei der effizienten, zeit- und bedarfsgerechten Schaffung der infrastrukturellen Voraussetzungen für den Ausbau der erneuerbaren und dezentralen Stromerzeugung". Dabei geht es um die nördlichen Regionen von Rheinland-Pfalz, in denen der Netzbetreiber präsent ist.

"Es ist unser Ziel, in Rheinland-Pfalz den Regenerativanteil am Strombedarf bis zum Jahr 2020 um über 15 Prozent auf mindestens 30 Prozent zu steigern und langfristig 100 Prozent des Bruttostromverbrauchs durch Erneuerbare Energien zu decken", stellte Ministerin Conrad fest. "RWE hat eine gute Netzinfrastruktur, die den Ausbau ermöglicht. Um dezentral erzeugten Strom von den Anlagen dorthin zu bringen, wo der Bedarf im Land groß ist, brauchen wir die Aufrüstung vorhandener Stromtrassen. Mit wachsender Stromerzeugung aus Erneuerbaren können später noch fehlende Anbindungen ans Netz geschaffen werden. Ziel ist es, heimischen Strom möglichst bei uns im Land zu nutzen."

Schmitz betonte: "Wir halten es für ein ehrgeiziges, aber erreichbares Ziel, dass wir in Deutschland bis zum Jahr 2030 einen Anteil von 40 Prozent der Erneuerbaren an der Stromproduktion haben werden, 2050 sogar bis zu 80 Prozent. Eine der großen Herausforderungen auf diesem Weg ist die physikalische Aufnahme der stark schwankenden dezentral erzeugten Energiemengen in das Verteilnetz und die regionale Weiterleitung zu den Verbrauchern."

Neuhaus erklärte im Hinblick auf die Energiepartnerschaft mit dem Land Rheinland-Pfalz: "In den Um- und Ausbau der 110.000-Volt-Netze werden wir 150 Millionen Euro investieren, damit sie steigende Mengen dezentral erzeugten Stroms aufnehmen können. Wir werden die Netze aber nicht nur ausbauen, sondern auch intelligenter machen. Die Anforderungen an das Netzgeschäft haben sich unter anderem durch die erhöhte Einspeisung regenerativ erzeugten Stroms grundlegend geändert. Mit 'Smart Grids', also mehr Mess- und Steuerungsintelligenz im Netz, gewährleisten wir auch unter den veränderten Bedingungen einen sicheren Netzbetrieb."

Insgesamt sollen über 100 Netzkilometer in der Umgebung von Plaidt, an der Nahe, Trier und Gerolstein ausgebaut werden und bei Bedarf nach einigen Jahren nochmals etwa 50 Kilometer neue Trassen zur Anbindung ans Netz. Als ein Ziel der Zusammenarbeit mit RWE bei Raum- und Netzplanung nannte die Ministerin die "möglichst geringe Rauminanspruchnahme".

Mit dem Netzausbau können große dezentral erzeugte Strommengen, wie sie nach dem "Repowering" von Windkraftanlagen (Bestückung vorhandener Windstandorte mit leistungsfähigeren Maschinen) zu erwarten sind, noch effizienter ins rheinland-pfälzische Netz aufgenommen werden. "Wir haben damit die Chance, allein beim Windstrom die heutige Menge an Regenerativstrom bis 2020 mindestens zu verdoppeln", so Conrad. Geschätzt wird, dass Windstrom in Rheinland-Pfalz ein großes zusätzliches Leistungspotential hat: für die Eifel 1650 Megawatt, für den Hunsrück 900 Megawatt und für den Westerwald 450 Megawatt - vor allem aus dem Repowering.

Quelle: Pressemeldung Ministerium für Umwelt, Forsten und Verbraucherschutz

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