Neue Techniken für Biogasanlagen verbinden Klima- und Umweltschutz

28.05.2009 | Augsburg
Landesamt setzt sich für die umweltgerechte Ausführung von Biogasanlagen ein / Biogas-Tagung der bayerischen Umweltschutzingenieure in Augsburg

"Ein Drittel aller deutschen Biogasanlagen steht in Bayern" sagte heute Richard Fackler, Vizepräsident des Bayerischen Landesamtes für Umwelt (LfU). Anlässlich einer Tagung der bayerischen Umweltschutzingenieure in Augsburg betonte der LfU-Vizepräsident diesen Meilenstein der regenerativen Energieerzeugung: "ein wichtiger Beitrag zum Klimaschutz". Gerade die Vergärung von Gülle ist besonders klimafreundlich, weil sie nicht nur fossile Rohstoffe einspart, sondern auch Emissionen von Methan vermindert. Seit diesem Jahr wird daher die Vergärung von Gülle durch den sogenannten "Güllebonus" speziell gefördert, so dass viele neue Anlagen in der Nähe von Ställen und damit oft auch nahe an Wohngebäuden entstehen. Konflikte mit den Nachbarn sind dann oft vorprogrammiert, wenn die Anlagen nicht sehr sorgfältig geplant und betrieben werden. Ganz oben auf der Tagesordnung der Umweltschutzingenieure heute in Augsburg stehen daher die Techniken zur umweltfreundlichen Auslegung von Biogasanlagen: Dazu gehört vor allem die gasdichte Abdeckung von neuen Gärrestlagern, die Geruchsemissionen und unkontrollierte Freisetzungen von Biogas vermeiden hilft. Im Fokus stehen zudem die Emissionen von Biogasmotoren und nicht zuletzt der Lärmschutz bei tonhaltigen und tieffrequenten Geräuschen. Besonderen Wert legen die LfU-Experten auf den Grundwasserschutz, denn die Sickersäfte aus der Zwischenlagerung von Biomasse können das Grundwasser sehr stark belasten. Eine sorgfältige Bauausführung insbesondere der Bodenplatten sei daher besonders wichtig. Fackler: "Über dem Klimaschutz darf der Umweltschutz nicht zu kurz kommen - Biogas kann beides leisten: umweltfreundliche Techniken dafür sind längst vorhanden."

In Biogasanlagen vergären Mikroorganismen organisches Material, zum Beispiel Mais, Raps, Bioabfälle oder Gülle. Endprodukt ist Methan, das statt Erdgas zur Energiegewinnung genutzt werden kann. Neben der Einsparung fossiler Rohstoffe hat insbesondere die Vergärung von Gülle noch weitere Vorteile für den Klimaschutz: Sie vermindert unkontrollierte Emissionen des besonders klimaschädlichen Methans. Wichtig ist den Klimaexperten des Landesamtes daher vor allem die vollständige Erfassung des Methans durch die Abdeckung des Gärrestlagers, wo es nach der eigentlichen Vergärung zu Nachgärungen kommen kann. Dadurch kann auch das Restgas energetisch genutzt werden und zusätzlich werden Ammoniak- und Geruchsemissionen vermieden. Zudem kann eine gasdichte Folienabdeckung auch zum Auffangen von Biogas bei einem Motorenausfall dienen. Methan ist ein starkes natürliches Treibhausgas - sein Treibhauspotenzial ist ungefähr 21mal stärker als das von CO2.

In Bayern werden derzeit rund 1450 Biogasanlagen betrieben. Durch die verbesserten Vergütungsregelungen des neuen Energie-Einspeise-Gesetzes ist zu erwarten, dass sich die Zahl der Biogasanlagen künftig weiter erhöhen wird. Vor allem der sogenannte "Güllebonus" für Anlagen, die mindestens ein Drittel Gülle einsetzen, wird sich stark auswirken: Um lange Transportwege für die Gülle zu vermeiden, werden Biogasanlagen daher häufig wieder hofnah und in der Nähe zur Nachbarschaft entstehen.

Quelle: Pressemeldung Bayerisches Landesamt für Umwelt

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