Schavan: "Einzigartige Lichtquelle geht in Hamburg in Betrieb"

16.04.2009 | Berlin
Forschungsministerin würdigt Start des neuen Speicherrings PETRA III

Am Deutschen Elektronen-Synchrotron (DESY) in Hamburg hat am Donnerstag die Inbetriebnahme der neuen Synchrotronstrahlungsquelle PETRA III begonnen: Die ersten Elektronenpakete wurden am Vormittag in den 2,3 Kilometer langen Beschleuniger eingeschossen. Mit dem Beginn der Inbetriebnahme endet ein knapp zweijähriger Umbau, bei dem der Speicherring PETRA zu einer hochmodernen Synchrotronstrahlungsquelle auf dem neuesten Stand der Technik umgebaut wurde.

"Mit PETRA III geht eine Röntgenlichtquelle für die Forschung in Betrieb, die weltweit einzigartig ist", sagte Bundesforschungsministerin Annette Schavan. "Mit PETRA III werden wir Wissenschafterinnen und Wissenschaftlern Synchrotronstrahlen höchster Brillanz bieten können und so neue Maßstäbe in der Forschung mit Photonen setzen." Mit PETRA III und seinen weiteren Lichtquellen FLASH und XFEL wird sich nach den Worten der Ministerin das Helmholtz-Zentrum DESY zu einem Exzellenzzentrum der Photonenphysik entwickeln, das Forscher aus aller Welt nach Hamburg locken wird.

Der Bedarf der Wissenschaft an Synchrotronlicht wird nach Einschätzung von Experten in Zukunft stark ansteigen. Dies gilt vor allem für die Nanowissenschaften und die Nanotechnologie. Extrem kleine Proben können hier untersucht und Bilder mit bisher nicht erreichter Auflösung über die Anordnung der Atome gewonnen werden. Molekularbiologen werden ein neues Instrument haben, um die Struktur von Proteinen zu bestimmen und deren Funktion im Organismus aufzuklären. Viele Forschungseinrichtungen der Helmholtz-Gemeinschaft und der Max-Planck-Gesellschaft treffen jetzt schon Vorbereitungen, um PETRA III als Lichtquelle zu nutzen. Auch für Chemie, Umweltforschung und Materialwissenschaften eröffnet der neue Speicherring vielseitige Möglichkeiten. Mit der sehr energiereichen Strahlung lässt sich das Innerste von Werkstücken erforschen. Materialwissenschaftler können so Rückschlüsse für neue Materialien gewinnen und Konstruktionen optimieren.

Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) finanziert gemeinsam mit der Stadt Hamburg Bau und der Betrieb von PETRA III. Der Ausbau der Lichtquelle hat 225 Millionen Euro gekostet, 90 Prozent trägt das BMBF, zehn Prozent Hamburg.

Quelle: Pressemeldung Bundesministerium für Bildung und Forschung

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