Schweiz und EU rechnen stark mit Windenergie
2009 werden in St. Brais (JU) die ersten Schweizer Windenergieanlagen in Gemeinbesitz installiert. Auf dem Gütsch (UR) beginnen die Bauarbeiten für den höchsten Windpark Europas. Die Tarife für Schweizer Windstrom dürften nach oben korrigiert werden und bei den Energiezielen der EU spielt Windenergie die erste Geige. Zum Jahresende bleibt die Branche in Aufbruchstimmung. Das kürzlich vom EU-Rat beschlossene Energie- und Klimapaket ist ein starkes Signal: Bis 2020 soll ein Drittel des Strombedarfs der Europäischen Union aus Erneuerbaren Energien gedeckt werden. Das bedeutet gegenüber heute eine Leistungsverdoppelung. Die wichtigste Rolle kommt der Windenergie zu. Mit einer geplanten Jahresproduktion von 477 Milliarden Kilowattstunden per 2020 wird sie die Stromproduktion aus Wasserkraft überflügeln. Das Signal aus Brüssel ist für die von Rezessionsängsten geplagte Schweizer (Export-)Wirtschaft ein Hoffnungszeichen, profitieren doch zahlreiche Firmen im Bereich erneuerbare Energien von der grossen Nachfrage an den internationalen Märkten. Dazu gehören auch zahlreiche Unternehmen aus der einheimischen Windbranche. Mit der geplanten Installation von zwei Gross-Windturbinen im jurassischen St. Brais wird auf Eigentumsseite Neuland beschritten: Am breit gestreuten Aktienkapital der Betreibergesellschaft sind Privatpersonen aus der Standortregion wie auch aus der übrigen Schweiz beteiligt. Die Ergänzung der bestehenden Windturbine auf dem Gütsch ob Andermatt um drei Anlagen führt - auf 2332 m ü. M. - zum höchst gelegenen Windpark Europas. Gemäss Einschätzung von Suisse Eole dürfte eine auf die zweite Jahreshälfte 2009 angekündigte Überprüfung der zurzeit nicht kostendeckenden Einspeisevergütung für Windstrom eine Erhöhung der Tarife per 2010 zur Folge haben. Die aus ökonomischer, ökologischer und energiepolitischer Sicht gerechtfertigte Tarifkorrektur vorausgesetzt, kann bis 2012 mit einem Zuwachs der jährlichen Kommunikation Windstromproduktion von heute 20 auf gut 300 Millionen Kilowattstunden gerechnet werden. Diese fünfzehnfache Menge würde den Bedarf von 80’000 bis 85’000 Haushalten decken. Der Branchenverband erwartet in besagter Zeitspanne Projektinvestitionen in der Höhe von 400 Millionen Franken, wovon ein Drittel den Standortregionen zugute kämen. Das mittelfristige Potenzial (bis 2025) für Schweizer Windstrom liegt gemäss Bundesamt für Energie bei einem bis zwei Prozent des aktuellen, landesweiten Strombedarfs. In fernerer Zukunft (bis 2050, ebenfalls gemäss BFE) könnte der Versorgungsanteil durch Windenergie sieben Prozent erreichen.
Quelle: Pressemeldung Suisse Eole Geschäftsstelle c/o ENCO AG
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