In der Gera-Langenberg Anlage kombiniert TTS modernste KWK-Technik mit erneuerbarer Wärme über Großwärmepumpen und Power-to-Heat, um den Ausstoß klimaschädlicher Emissionen deutlich zu reduzieren. Dank eines Gesamtwirkungsgrads von über 90 Prozent werden jährlich etwa 6,5 GWh Fernwärme bereitgestellt, während überschüssige 5,6 GWh Strom ins öffentliche Netz gespeist werden. So lassen sich rund 500 Tonnen CO2 pro Jahr einsparen. Eine Erweiterung auf 1200 Wohneinheiten ist bis 2028 geplant. Das Projekt ist vorbildlich.
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Wärmeverteilnetz der TWS verbindet 800 Wohnungen zuverlässig und nachhaltig

Innovative Kraft-Wärme-Kopplungsanlage und regenerative Fernwärme (Foto: TEAG Thüringer Energie AG)
Im Rahmen einer umfangreichen Planung und einem fünfjährigen Bauvorhaben hat TWS im Gera-Langenberger Stadtteil die neue Fernwärmeversorgung heute offiziell freigegeben. Die Wohnungsgenossenschaft „Neuer Weg“ wird als primärer Abnehmer in das eigens errichtete Verteilnetz integriert und erhält für 800 Bestandswohnungen kontinuierlichen Zugang zu zentraler Wärme und Warmwasser. Durch die Bündelung der Wärmeerzeugung an einem Standort werden Effizienzsteigerungen realisiert und die Versorgungssicherheit gegenüber dezentralen Heizsystemen verbessert. Das Projekt unterstützt entscheidend regionale Energiewendeziele.
Kombination unterschiedlicher Technologien senkt Verbrauch und steigert Wirkungsgrad deutlich
Durch die Kombination eines 1,55 MWel/1,60 MWth BHKW, zweier 2 MWth Erdgaskessel, vier Großwärmepumpen mit je 1 MWth und eines 500 kWth Elektroheizkessels entsteht ein multifunktionales Kraft-Wärme-Kopplungssystem. Diese Konstellation optimiert den wirtschaftlichen Betrieb, steigert den Gesamtwirkungsgrad und ermöglicht eine jährliche Einspeisung von circa 5,6 GWh überschüssigem Strom ins öffentliche Netz bei gleichzeitig hoher Versorgungssicherheit. Die Anlage ist durch moderne Automationssysteme flexibel steuerbar und gewährleistet betriebssichere, nachhaltige Energieversorgung für wechselnde Lastanforderungen.
Power-to-Heat wandelt Netzstrom zu Fernwärme um und glättet Nachfragepeak
Die in das Fernwärmesystem integrierten vier Luft-Wärmepumpen entziehen Umgebungsluft Wärme und erhöhen deren Temperaturniveau auf bis zu 70 °C. Gleichzeitig wandelt eine Power-to-Heat-Anlage Netzstrom zu thermischer Energie um und speist diese bei Bedarf ein. Durch diese Synergie entsteht eine hochflexible Versorgung, die Stromüberschüsse aus Wind- und Solarprojekten aufnimmt, Netzbelastungen reduziert und auf volatile Energiepreise reagiert, wodurch Betriebskosten und Emissionen nachhaltig gesenkt werden. Hinzu kommt eine einfache Integration in bestehende Netzinfrastrukturen.
Neue iKWK-Phase soll Gera-Langenberg bis 2028 deutlich umfangreicher versorgen

Innovative Kraft-Wärme-Kopplungsanlage und regenerative Fernwärme (Foto: TEAG Thüringer Energie AG)
Gemäß der kommunalen Wärmeplanung der Stadt Gera hat Geschäftsführer Rico Bolduan die Ausweitung der Wärmeversorgung festgelegt. Innerhalb der nächsten vier Jahre soll die Kapazität der Anlage erweitert werden, um knapp 1.200 Wohnungen anzubinden. In einem begleitenden Modellversuch ist vorgesehen, Schulen, Kindergärten sowie ergänzende Wohn- und Eigentümergemeinschaften in das Fernwärmenetz aufzunehmen. Diese Initiative stellt einen bedeutenden Schritt dar, um die Wärmewende vor Ort praxisnah umzusetzen und zukünftige Ausbauschritte zu ermöglichen effizient.
Planung und Realisierung erfolgen im Zeitraum 2021 bis 2026
Ausstattungsstarke Wärmeerzeugung: BHKW 1,55 MWel, Wärmepumpe, Elektrokessel und Gaskessel
Das Anlagenlayout kombiniert ein BHKW mit 1,55 MW elektrischer Leistung und 1,60 MW thermischer Leistung, eine Wärmepumpe mit 1,0 MW thermischer Kapazität, einen Elektrokessel mit 500 kW und zwei Gasheizkessel mit je 2 MW, um Betriebspunktverschiebungen und Lastwechsel optimal zu steuern. Flexible Regelalgorithmen entscheiden temperaturabhängig über die Zuschaltung der Komponenten, wodurch Wirkungsgrad und Systemstabilität verbessert, Primärenergieverbrauch gesenkt und Kosten im Wärmebetrieb reduziert werden. Zugleich erhöht sich die Betreiberflexibilität und Versorgungssicherheit.
iKWK-System erweitert jetzt Versorgungskapazität auf insgesamt 1.300 angeschlossene Wohneinheiten
TWS Energiemanagement sorgt für ökologisch wie ökonomisch optimierte Wärmeversorgung
Moderne, effiziente KWK, Wärmepumpen und Power-to-Heat bei TWS umgesetzt
Die Thüringer Wärmeservice GmbH fungiert als hundertprozentige Tochter der kommunalen TEAG Thüringer Energie AG mit Sitz in Rudolstadt und Betriebsstätte in Erfurt. Als integraler Partner in der regionalen Energiewirtschaft realisiert sie nachhaltige Versorgungslösungen: neben Wärme- und Stromdiensten zählen modulare Kälte- sowie Druckluftsysteme und Stickstofferzeugung dazu. Mit eigener Projektierung, Bauüberwachung und Betrieb übernimmt TWS ganzheitlich Verantwortung für Wohnungsbaugenossenschaften, gewerbliche Betreiber, Industriekunden und kommunale Institutionen. Das Unternehmen setzt auf starke langfristige Kundenbindung.
Flexible Power-to-Heat-Einheit optimiert effizient Kosten bei Strommarktschwankungen und Netzintegration
Das Wärmesystem in Gera-Langenberg setzt auf ein innovatives Zusammenspiel von BHKW, Gaskesseln, Wärmepumpen und Elektrokessel. Die Anlage nutzt Erdgaseffizienz und Umweltwärme gleichzeitig, während Power-to-Heat überschüssigen Strom in Heizenergie umwandelt. So werden jährlich etwa 6,5 GWh Wärme erzeugt und rund 5,6 GWh Strom eingespeist. Diese effiziente Kopplung verringert Emissionen um circa 500 Tonnen CO2 und spart Primärenergie. Bis 2028 soll das Netz auf 1.200 Wohnungen ausgedehnt werden. Sie gewährleistet nachhaltige Versorgungsstabilität.

