Für einen effizienten Heizungstausch reicht die Auswahl eines modernen Geräts nicht aus. Zuerst ist festzustellen, welchen energetischen Zustand Dach, Fassade und weitere Bauteile aufweisen. Eine Verbesserung der Dämmung begrenzt den Wärmeverlust und senkt damit die benötigte Heizenergie. Nach Darstellung von Mario Kunzendorf lässt sich anschließend die Heizleistung genauer und meist geringer bemessen. Das reduziert Anschaffungskosten. Soll Photovoltaik ergänzt werden, muss ein Fachbetrieb die Dachfläche auf Schäden, Belastbarkeit und Sanierungsanforderungen kontrollieren.
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Gebäudedämmung ist Grundlage für eine effizient ausgelegte neue Heizung

Eine neue Heizung in ein Haus ohne Wärmedämmung einzubauen (Foto: HF.Redaktion)
Der Vergleich mit offenen Fenstern im Winter beschreibt nach Kunzendorfs Auffassung das Kernproblem eines reinen Heizungstauschs. Mehr Leistung behebt keine Wärmeverluste, wenn die Gebäudehülle unzureichend geschützt ist. Die erzeugte Wärme entweicht weiterhin über Dach und Wände. Deshalb sollte jede Modernisierung mit einer Bewertung dieser Bauteile beginnen. Geeignete Dämmmaßnahmen verringern die Heizlast und verbessern die energetische Ausgangslage. Erst anschließend lässt sich eine Heizung angemessen dimensionieren, betreiben und auf den tatsächlichen Bedarf abstimmen.
Energetisch schwache Häuser verursachen höhere Verbräuche und Emissionen dauerhaft
Die Energieeffizienzklasse liefert einen wichtigen Hinweis auf den Sanierungsbedarf eines Hauses. Kunzendorf ordnet viele Ende der 1990er Jahre errichtete Gebäude der Klasse D zu. Deren Energiebedarf liegt bei mehr als dem Doppelten eines Gebäudes der Klasse A. Werden Wärmeverluste nicht durch eine verbesserte Gebäudehülle reduziert, bleibt der Heizbedarf hoch. Auch eine moderne Wärmepumpe benötigt dann entsprechend mehr elektrische Energie. Dadurch können Stromkosten, indirekte Emissionen und die Belastung des Stromnetzes steigen.
Sommerlicher Hitzeschutz gelingt durch Dämmung ohne zusätzlichen Stromverbrauch dauerhaft
Ein Heizungstausch ohne Verbesserung der Gebäudehülle lässt wesentliche Einsparpotenziale ungenutzt. Durch nicht ausreichend gedämmte Dächer und Fassaden geht Heizwärme verloren, die von der neuen Anlage ersetzt werden muss. Das führt zu höheren Verbräuchen und Kosten, unabhängig davon, welcher Energieträger zum Einsatz kommt. Mit einer fachgerecht angebrachten Dämmung sinken Wärmeverluste und Heizlast. Die Maßnahme verbessert zugleich den sommerlichen Hitzeschutz, da sie Wärme langsamer in das Gebäude eindringen lässt und Kühlenergie einspart.
PV-Montage ohne Dachanalyse gefährdet wirtschaftliche spätere Sanierungsmaßnahmen am Dach
Eine spätere Dachsanierung kann erheblich komplizierter werden, wenn zuvor eine Photovoltaikanlage installiert wurde. Die Module, Unterkonstruktion und elektrische Leitungen müssen dann häufig entfernt oder gesichert werden, damit Dachdeckerarbeiten möglich sind. Um diesen Aufwand zu vermeiden, ist vor der Montage eine professionelle Dachinspektion sinnvoll. Sie klärt, ob die Dachfläche ausreichend tragfähig und dicht ist oder ob Sanierungsmaßnahmen notwendig sind. Der festgestellte Nachrüstbedarf sollte vor der Installation der PV-Anlage vollständig abgearbeitet werden.
Fachgerecht gedämmte Gebäude benötigen dauerhaft weniger Heizenergie und Leistung
Vor dem Austausch einer Heizung lohnt sich die Prüfung, welche Dämmmaßnahmen an der Gebäudehülle umsetzbar sind. Eine vorgehängte hinterlüftete Fassade kann die energetische Qualität der Außenwand erhöhen. Ergänzend begrenzt eine korrekt ausgeführte Aufdachdämmung Wärmeverluste im oberen Gebäudeabschluss. Für solche Verbesserungen kommen Fördermittel grundsätzlich infrage. Der Wärmebedarf sinkt, während die vorhandene Heizung weiterläuft. Nach der Sanierung kann die neue Heizungsanlage anhand einer niedrigeren Heizlast ausgelegt werden, was Investitionskosten und Überdimensionierung vermeidet.
Technische Anlagen altern, Dämmung bietet langfristig wartungsfreien Wärmeschutz zuverlässig
Die Wirkung einer Heizungsanlage ist an ihren Betrieb gebunden. Wird ihre Leistung wegen hoher Netzlast begrenzt oder fällt die Stromversorgung aus, kann sie Wärme nur eingeschränkt bereitstellen. Zudem verursachen Wärmepumpen über ihre Lebensdauer Kosten für Energie, Wartung und gegebenenfalls Instandsetzung. Die Dämmung arbeitet nach anderen Bedingungen. Sie bildet eine thermische Barriere in Dach und Fassade, senkt den Wärmeverlust und verbessert die Temperaturstabilität der Räume. Dieser bauliche Nutzen entsteht ohne Betriebsenergie.
Das Bayerische Dachdeckerhandwerk setzt bei der Verringerung des Heizenergiebedarfs auf eine Priorität: Die Gebäudehülle soll vor der Heiztechnik verbessert werden. Eine Untersuchung von Dach und Fassade zeigt, an welchen Stellen Wärme verloren geht und welche Dämmmaßnahmen sinnvoll sind. Nach der Sanierung benötigt das Gebäude weniger Heizleistung. Damit kann die Anlage kleiner, kostengünstiger und passend gewählt werden. Die Dämmung senkt zudem Emissionen, unterstützt den Wärmeschutz und bleibt ohne Stromverbrauch wirksam.

