Neolix: Fahrerlos und doch kontrolliert durch den Central-Business-District

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hDer Central-Business-District gilt als gefährliche Zone: Autos, Lieferwagen, Menschen mit und ohne Hunde sowie Mopedfahrer, die die Verkehrsregeln sehr konsequent ignorieren, sind ein Problem. Dieses zu lösen sieht Neolix als Aufgabe und hat mit Driverless Delivery den Central-Business-District sicherer gemacht.

Neolix stellt vor: Driverless Delivery im Central-Business-District

Der Central-Business-District war einige Zeit das städtische Pflaster, auf dem Driverless Delivery erprobt werden konnte. Zuerst waren es nur Touristen, die von den autonomen Fahrzeugen profitieren konnten.

Neolix ließ seine Autos dorthin fahren, wo besonders viele Besucher der Stadt unterwegs waren. Diese konnten direkt am Fahrzeug Souvenirs und Snacks kaufen, diese bezahlen und mitnehmen. Ein Fest für die Einzelhändler, die in ihren Standort-Geschäften deutlich weniger Umsatz machen, als wenn sie auf die autonomen Fahrzeuge setzen.

Auch im Yicheng International Büropark testete Neolix seine Fahrzeuge, ebenso wie im Beijing Yizhuang Biomedical. Die Mitarbeiter dort konnten zur Mittagspause eine Bestellung abgeben, bezahlen mit dem Smartphone und speziell durch das Einlesen des QR-Codes und erhielten die Bestellung direkt ausgehändigt. Eine Cargo-Box an Bord des autonomen Fahrzeugs sorgt dafür, dass sogar Eis verfügbar ist und ebenso wie heiße Suppe verzehrfertig ausgegeben werden kann.

Vorteile der autonomen Fahrzeuge von Neolix

Die autonomen Fahrzeuge von Neolix bringen zahlreiche Vorteile mit sich. Zum einen lassen sie den Central-Business-District sicherer werden, weil ein sensorbasiertes Fahrzeug deutlich schneller auf Veränderungen in der Umgebung reagiert und folglich auch besser ausweichen kann, sollte ein unvorhergesehenes Hindernis auf die Straße treten.

Die Fahrzeuge kommunizieren untereinander über 5G und sind über diesen Standard auch mit der Zentrale verbunden. Somit ist jederzeit klar, welches Fahrzeug sich aktuell an welchem Standort befindet. Die Society of Automotive Engineers (SAE) sieht in diesen Fahrzeugen die Umsetzung des Levels 5, des höchsten Levels der Fahrzeugautonomie. Durch die aktuelle Änderung der Richtlinie zum autonomen Fahren ist es für das chinesische Unternehmen nun möglich, in der Öffentlichkeit Fahrzeuge dieses Levels zu bewegen.

Neolix selbst geht davon aus, dass man innerhalb eines Jahres bis zu 10.000 derartiger Fahrzeuge auf der eigenen Fertigungsstrecke in der Wujin Hi-Tech Zone bauen könnte, wo auch die Kalibrierung der Sensoren möglich sei.

Das folgenden Video gibt einen kleinen Einblick in diese Fertigung und in die Welt der autonomen Fahrzeuge:

Video: Neolix- The World’s First L4 Autonomous Vehicle Super Factory

Die Level der Fahrzeugautonomie: Stufe 5 als Ziel?

Die Fahrzeuge des chinesischen Herstellers Neolix agieren auf der fünften Stufe und gehören damit zu den vollständig autonomen Fahrzeugen, die über 5G miteinander in Kontakt stehen und den Bereich der Innenstadt eigenständig und für Menschen ungefährlich befahren können. Sie besitzen allerdings keine Möglichkeiten mehr zur manuellen Steuerung und sind laut Einteilung der SAE somit vollständig autonom. Dies sieht in den übrigen Levels ein wenig anders aus.

Die meisten Fahrzeuge entsprechen der von der SAE vorgenommenen Einteilung auf Level 0. Hierbei gibt es lediglich einige wenige Systeme zur Unterstützung des Fahrers, ADAS als fortschrittliche Assistenzsysteme sind nicht vorhanden. Auf Level 1 gibt es Lenkhilfen und den Tempomaten, auch die Geschwindigkeit kann adaptiv geregelt werden. Level 2 wiederum erlaubt das autonome Steuern, Bremsen und Beschleunigen. Der Mensch kann jederzeit die Kontrolle übernehmen.

Level 3 setzt auf die Erkennung von Umweltfaktoren, die für die Sicherheit des Fahrzeugs und der Insassen von Belang sind. Der Mensch muss seine Aufmerksamkeit immer noch dem Straßenverkehr widmen und die Kontrolle bei Bedarf übernehmen. Level 4 stellt die partielle Fahrzeugautonomie dar, 5G und ADAS sind Standard. Fahrzeuge ab dem Level 4 können nur dort unterwegs sein, wo 5G flächendeckend vorhanden ist. Andernfalls wäre die Kommunikation der Fahrzeuge untereinander sowie mit der Zentrale nicht möglich.

Über Neolix

Einst ging Neolix an den Start, um die Welt des autonomen Fahrens zu revolutionieren. Mit der weiteren Verbreitung von 5G und ADAS sollte das auch funktionieren, das Internet of Vehicles wurde zum Steckenpferd des Unternehmens. Bis heute haben Neolix-Autos gezeigt, dass die Welt des autonomen Fahrens wirklich funktionieren kann.

Nicht nur in China, sondern auch in anderen Ländern der Welt werden aktuell ähnliche Systeme erprobt, wobei die Fahrzeuge aus dem Hause Neolix speziell in Japan, Deutschland, in den USA sowie in den VAE getestet werden. Nun bleibt abzuwarten, ob die Erfolgsgeschichte von Neolix so weitergeht und der Versuch, ein eigenes Ökosystem für autonome Fahrzeuge aufzubauen, gelingt.

Über den Autor

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Marius Beilhammer, Jahrgang 1969, studierte Journalismus in Bamberg. Er schreibt bereits viele Jahre für technische Fachmagazine, außerdem als freier Autor zu verschiedensten Markt- und Businessthemen. Als fränkische Frohnatur findet er bei seiner Arbeit stets die Balance zwischen Leichtigkeit und umfassendem Know-how durch seine ausgeprägte Affinität zur Technik.

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