Cadmiumtellurid (CdTe) Solarzellen: wie gefährlich sind sie wirklich?

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Cadmiumtellurid (CdTe) ist derzeit in aller Munde. Bis vor kurzer Zeit wurden Solarzellen aus Silizium beziehungsweise Siliziumverbindungen hergestellt. Diese hatten sich im Bereich der Photovoltaik über einen langen Zeitraum etabliert. Die Stromausbeute war gut, allerdings waren diese Solarzellen in der Anschaffung vergleichsweise teuer.

In jüngster Zeit kamen immer mehr Photovoltaik-Anlagen aus dem Material Cadmiumtellurid (CdTe) zum Einsatz. Besonders im Rahmen so genannter Dünnschicht-Module. Vorteilhaft beim Einsatz von CdTe im Bereich der Photovoltaik ist der geringere Anschaffungspreis im Vergleich mit herkömmlichen Solarzellen, allerdings ist bei den Cadmiumtellurid-Modulen die Stromausbeute etwas geringer.

In jüngster Zeit werden immer mehr Stimmen laut, die bemängeln, dass CdTe außerordenlich giftige Eigenschaften aufweist. Die Hersteller von Cadmiumtellurid-Modulen halten dagegen und sagen aus, dass das CdTe sicher im Glas eingeschlossen ist. Wir haben uns in diesem Beitrag angeschaut, welche der beiden Parteien wirklich Recht hat.

Was ist Cadmiumtellurid (CdTe)?

Cadmiumtellurid wird aus dem chemischen Element Cadmium und der seltenen Erde Tellur hergestellt und findet sein Einsatzgebiet in sehr vielen Bereichen unter anderem in der Medizin.

Cadmiumtellurid: Grundsubstanzen hochgiftig

CdTe hat aufgrund der beiden verwendeten Grundsubstanzen (die jeweils eine hohe Giftigkeit aufweisen) sehr giftige Eigenschaften. Wird der Staub von Cadmiumtellurid eingeatmet, besteht eine Resorbtionsrate von 90 Prozent. Hier ist allerdings der Feinstaub gemeint, der eigentlich nur bei der Produktion anfällt und mit dem man es als Endanwender tatsächlich nicht zu tun hat. Des Weiteren ist das Cadmium mit dem Tellur eine feste Verbindung eingegangen, womit ein weiterer Einwand gegen das Einatmen von CdTe besteht. Allerdings bestehen hier unter Umständen Ausnahmen.

Forscher der Freien Universität Berlin haben festgestellt, dass vom Cadmium eine Gefahr ausgeht, dies allerdings nur, wenn das Cadmium aus dem CdTe herausgelöst wird. Diese Gefahr bestehe aber bei der Anwendung im Bereich der Photovoltaik nicht, da ein Herauslösen nur durch Säuren möglich ist. Deshalb sprechen sich die Wissenschaftler auch gegen eine Entsorgung der Module mit dem Hausmüll aus. Diese sei zwar laut Gesetzgeber erlaubt, aber bedenklich.

Hausbrand: Gefahr für CadmiumTellurid

Fraglich ist jedoch was mit Cadmiumtellurid bei einem Hausbrand passiert. Der Schmelzpunkt von CdTe liegt bei etwa 1.000 Grad. Diese Temperaturen werden bei Bränden jedoch regelmäßig überschritten. Die Hersteller die Cadmiumtellurid im Bereich der Photovoltaik einsetzen argumentieren, dass das CdTe dann zu annähernd 100 Prozent im Glas (Schmelzpunkt etwa 600 °Celsius) eingeschlossen wird und so nicht in die Umwelt gelangt.

Allerdings wurden diese Tests im Labor durchgeführt. Die Solar-Zellen aus CdTe wurden horizontal in einen Ofen geschoben, in dem eine gleichbleibenden Temperatur herrschte. Die Gegner der Verwendung von Cadmiumtellurid argumentieren nun, dass das Glas auch schon vor dem Schmelzen reißen könnte und das durch entstehenden mechanischen Kräfte doch CdTe in die Umwelt gelangen könnte.

Wie man sieht, haben sowohl Befürworter als auch Gegner des Cadmiumtellurid im Bereich der Photovoltaik ihre jeweiligen Argumente. Allerdings muss man dazu wissen, das die meiste Kritik von dem Branchen-Primus Solarworld ausgeht, der kein CdTe für die Fertigung von Solar-Zellen verwendet. Gleichzeitig wird vor einem enormen Image-Schaden der Branche bei eventuell auftretenden Problemen gewarnt. Die angegriffenen Firmen bezeichnen die Kritik als Hetzrede gegen das CdTe. Trotz allem Hin und Her ist davon auszugehen, dass sich Cadmiumtellurid in den nächsten Jahren für die Herstellung von Solar-Zellen durchsetzen wird.


Bildnachweis: © morguefile.com – dantada

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Klaus Müller-Stern (25) studiert aktuell Maschinenbau, beschäftigt sich daneben jedoch schon lange mit allen Aspekten rund um Selbstständigkeit und Unternehmensgründung. Eloquent und scharfsinnig bringt er Themen wie Social Media oder den Finanzsektor auf den Punkt. Darüber hinaus blickt der passionierte Laufsportler in seinen Beiträgen hinter die Kulissen erfolgreicher Startup-Firmen.

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